Studie: Ehrenamtliches Engagement für Geflüchtete

180702 Flucht und TransferOsnabrück, Bonn, Berlin, 02.07.2018. Studien zeigen, dass unter den Ehrenamtlichen, die Flüchtlinge unterstützen, viele Migrantinnen und Migranten sind - zum Teil selbst Geflüchtete.

"Oft entsteht zwar der Eindruck, es engagierten sich vor allem Herkunftsdeutsche ohne Migrationshintergrund", beschreibt der Autor, Dr. Serhat Karakayali vom Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) der Humboldt Universität zu Berlin. Wichtig sei aber auch die Rolle von ehrenamtlich engagierten Migrantinnen und Migranten in der Flüchtlingshilfe zu betonen, denn: "Wer wen willkommen heißt, sagt aber auch etwas darüber aus, wer sich wo "zuhause" fühlt."

So sollten Behörden gezielt migrantische Ehrenamtliche als Kooperationspartnerinnen und -partner in ihre Arbeit einbeziehen. Auch Förderinstitutionen sollten Migrantenorganisationen in der Förderung des Ehrenamts bewusst berücksichtigen.

Gleichzeitig warnt Karakayali davor, dass Bund und Länder ihre Kernaufgaben bei der Aufnahme von Flüchtlingen an die Zivilgesellschaft auslagern. "Der wichtige Beitrag, den Ehrenamtliche für die Integration und Teilhabe der Geflüchteten leisten, ist nicht kostenlos zu haben", unterstreicht der Autor. Vielmehr müssten Bund und Länder Infrastrukturen für die freiwillige Flüchtlingshilfe bereitstellen.

Karakayali schlägt zum Beispiel einen speziellen Fond der Länder und Kommunen vor, der ehrenamtlichen Initiativen eine geregelte aber unkomplizierte Rückerstattung kleiner finanzieller Beträgen für die alltägliche Arbeit ermöglicht. Ehrenamtliche Initiativen, die als Brücken für Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt wirken, sollten durch die Bundesagentur für Arbeit gefördert werden.

Der Forschungsbericht "Ehrenamtliches Engagement für Geflüchtete in Deutschland" und der Policy Brief "Ehrenamtliches Engagement für Geflüchtete: Empfehlungen für eine nachhaltige Gestaltung" wurden im Rahmen des vom Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück sowie dem Bonner Friedens- und Konfliktforschungsinstitut BICC durchgeführten Verbundprojekts "Flucht: Forschung und Transfer" erstellt, das vom Bundesforschungsministerium gefördert wird.

Downloads:

Beide Broschüren können auch gebührenfrei im Projektsekretariat bestellt werden:
Frau Anke Riss,
E-Mail: fft-imis@uni-osnabrueck.de

Quelle: Website BIM

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