Versicherungsschutz im Ehrenamt

Der Niedersächsische Landtag hat am 23. Januar 2003 die Niedersächsische Landesregierung per Entschließungsantrag (Drs. 14/4115) aufgefordert, die bestehenden Lücken im Versicherungsschutz für Ehrenamtliche in Niedersachsen zu schließen und entsprechende Verhandlungen mit der Versicherungswirtschaft zu führen.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff und Robert Pohlhausen, Vorstandsvorsitzender der VGH Versicherungen, stellten das Ergebnis am 21. November 2003 in Hannover vor.

"In Niedersachsen engagieren sich rund 2 Millionen Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich. Ihre Arbeit hält unsere Gesellschaft zusammen, macht sie lebendig und lebenswert", sagte Wulff. Darum müssten die Rahmenbedingungen für bürgerschaftliches Engagement stimmen. Die Niedersächsische Landesregierung hat jetzt Lücken im Versicherungsschutz für ehrenamtlich Aktive geschlossen. Wulff: "Damit haben wir ein Wahlversprechen gegenüber ehrenamtlich Tätigen in unserem Land eingelöst."

Erleiden ehrenamtlich Engagierte einen Personenschaden oder werden sie haftpflichtig gemacht, stellt sich die Frage nach dem Versicherungsschutz. Niedersachsen hat für sie mit der Versicherungsgruppe Hannover (VGH) Rahmenverträge für einen subsidiären Unfall- und Haftpflichtversicherungsschutz abgeschlossen. Das bedeutet, dass Bürgerinnen und Bürger aus Niedersachsen ohne privaten oder gesetzlichen Unfall- und Haftpflichtschutz während der Ausübung ihres Ehrenamtes jetzt unfall- und haftpflichtversichert sind. Ab dem 1. Oktober 2005 sind auch Engagierte einbezogen, deren Hauptwohnsitz außerhalb von Niedersachsen liegt, die aber in Niedersachsen freiwillig tätig sind. Wobei die Initiative für das bürgerschaftliche Engagement von Niedersachsen ausgehen muss. Die Prämien für die Rahmenverträge zahlt das Land. "Die Beseitigung der Lücken im Versicherungsschutz ist ein wichtiger Beitrag für die Förderung von sozialem Engagement", sagte Ministerpräsident Wulff bei der Vorstellung der Initiative.

"Bei unserer gemeinsamen Initiative mit der VGH berücksichtigen wir den bestehenden und bewährten Versicherungsschutz im freiwilligen Bereich", betonte Ministerpräsident Wulff. Der subsidiäre Versicherungsschutz sei eine Auffanglösung für diejenigen, die keinen anderen Versicherungsschutz genössen. Er solle keineswegs eine bestehende Versicherung, etwa über die Bürgerinitiative oder den Verein, ersetzen. "Der Rahmenvertrag ersetzt nicht die Vereinshaftpflichtversicherung. Diese müssen Vereine, Selbsthilfegruppen oder andere Initiativen mit Vereinsstrukturen auf jeden Fall abschließen, um den Verein selbst sowie seine Mitglieder abzusichern", sagte Pohlhausen. Der Schutz aus dem Rahmenvertrag trete gegenüber dem Schutz aus Versicherungen der Trägerorganisationen und Vereine nur nachrangig ein.

Mit dem Abschluss der Rahmenverträge betreten Niedersachsens Landesregierung und die VGH Versicherungen Neuland bei der Förderung bürgerschaftlichen Engagements. Vergleichbares gebe es nur in Hessen, sagte VGH-Vorstandsvorsitzender Pohlhausen. "Wir sammeln hier Erfahrungen, die für andere Bundesländer von Interesse sind."

Ab dem 1. März 2010 sind die Leistungen des Rahmenvertrages für den Unfallversicherungsschutz noch einmal deutlich verbessert worden. So stiegen die Leistungen bei dauernder Beeinträchtigung der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit (Invalidität) je nach Grad der Beeinträchtigung von bis zu 90.000 Euro auf bis zu 175.000 Euro. Die Leistungen im Todesfall stiegen von 3.000 Euro auf 10.000 Euro. Die Bergungsleistungen blieben unverändert bei bis zu 5.000 Euro. Außerdem können bis zu 1.500 Euro als Rehabilitationsbeihilfen gewährt werden.

Informationen über den zusätzlichen Versicherungsschutz erteilen die

VGH Versicherungen
Schiffgraben 4
30159 Hannover

Die telefonische Hotline zum Versicherungsschutz für bürgerschaftlich Engagierte erreichen Sie unter der Telefonnummer 0511 / 362 25 66.

Über den verbesserten Versicherungsschutz informiert der Flyer "Versicherungsschutz im Ehrenamt - Mehr Sicherheit für freiwillig Engagierte", der als PDF-Dokument zum Herunterladen bereit liegt: Versicherungsschutz im Ehrenamt (PDF, 185 KB)

Verbesserter Unfallversicherungsschutz auf Bundesebene

Im Dezember 2004 hatte der Deutsche Bundestag mit Wirkung zum 1. Januar 2005 bereits ein Gesetz zum verbesserten Unfallversicherungsschutz für ehrenamtlich Tätige beschlossen.

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