Lob für die Osnabrücker Tafel

190114 Osnabrücker TafelOsnabrück, 14.01.2019. Der Osnabrücker Oberbürgermeister Wolfgang Griesert lobt die Arbeit der Tafel und sieht in ihr eine der wichtigsten Einrichtungen für den sozialen Zusammenhalt.

Zwischen 3.000 und 3.500 Menschen kommen wöchentlich zur Osnabrücker Tafel mit ihren sieben Außenstellen, um Nahrungsmittel zu bekommen. Sie erhalten Essen, wenn sie ihren Osnabrück-Pass vorzeigen. Jeder Einkauf kostet zwei Euro pro Erwachsenem und 50 Cent pro Kind. "Jetzt in der Zeit nach den Feiertagen haben wir viel Ware", erklärt der Vorsitzende Hermann Große-Marke. "Das ist aber nicht immer so." Für Menschen, die nicht zur Tafel kommen können, beispielsweise weil sie krank sind, gibt es einen Bringdienst. Rund 150 Menschen bekommen wöchentlich das Essen der Tafel geliefert. Werner Titgemeyer fährt dafür jeden Tag 60 Kilometer mit seinem Privatwagen. Auf die Frage von Wolfgang Griesert, was er dafür bekomme, antwortet er: "Ein Lächeln genügt mir."

Um die vielen Tonnen Lebensmittel, die jede Woche zur Osnabrücker Tafel gebracht werden, transportieren zu können, hat der Verein einen eigenen Fuhrpark, zu dem vier Kühllaster und ein kleineres Fahrzeug gehören. Viele Lebensmittel müssen in den Fahrzeugen gekühlt werden, um die Kühlkette nicht zu unterbrechen.

Die Osnabrücker Tafel, die engagierte Bürger 1996 gründeten, finanziert sich durch Spenden und den Verkauf der Waren an die Kunden. So kommen jährlich Einnahmen von rund 500.000 Euro zusammen. Dass alles reibungslos funktioniert ist neben den Festangestellten den vielen Ehrenamtlichen, Praktikanten und Ein-Euro-Jobbern zu verdanken. "Wir alle tun nicht nur etwas für andere, sondern bekommen auch sehr viel zurück", sagt Edith Lücke, die stellvertretende Vorsitzende. Sie erzählt von einem Ein-Euro-Jobber, der erst durch die Struktur, die die Arbeit bei der Tafel seinem Alltag gab, einen Weg in den Arbeitsmarkt gefunden hat.

Damit auch Schulkinder, die hungrig zur Schule kommen und keine Pausenbrote dabei haben, dem Unterricht ohne knurrenden Magen folgen können, wurde zudem die Osnabrücker Kindertafel ins Leben gerufen. Inzwischen beliefert sie 21 Einrichtungen mit Frühstückspaketen oder Zutaten für Mittagessen. "Dabei handelt es sich nicht um Essensspenden, die an die Osnabrücker Tafel gingen", betont Edith Lücke, "sondern um Nahrungsmittel, die wir mit Geldspenden kaufen." 470 Kinder profitieren davon.

Zusammen mit Stadtrat Wolfgang Beckermann hatte Oberbürgermeister Wolfgang Griesert die Osnabrücker Tafel besucht, um sich ein Bild von der Arbeit der zehn Festangestellten und vielen Ehrenamtlichen zu machen. Fast zwei Stunden lang sprach das Stadtoberhaupt mit den Mitarbeitern, unterhielt sich mit Kunden und ließ sich die Räumlichkeiten in dem Gebäude an der Schlachthofstraße im Stadtteil Gartlage zeigen.

Griesert versprach, dass die Osnabrücker Tafel aus seiner Sicht noch viele Jahre in dem städtischen Gebäude bleiben kann und fügte hinzu: "Wenn man sieht, wie viele Menschen hier sind, sieht man, dass eine Einrichtung wie die Tafel leider unverzichtbar ist."

Quelle: Website Stadt Osnabrück

Foto: Stadt Osnabrück, Simon Vonstein

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