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Leitfaden zur Selbsthilfeförderung aktualisiert

Hannover. Digitale und analoge Angebote der Selbsthilfe können ab sofort gleichberechtigt durch die gesetzlichen Krankenkassen gefördert werden.

 

Gesprächrunde mit vier Personen (vor Corona)

Die ab dem 01.01.2021 gültige Fassung des Leitfadens zur Selbsthilfeförderung berücksichtigt die Förderung analoger wie auch digitaler Angebote der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe. Das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG), welches bereits seit dem 01.01.2020 in Kraft ist, machte eine inhaltliche Anpassung des Leitfadens erforderlich.

Angebote der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe basieren auf dem freiwilligen Zusammenschluss von Menschen, die eine chronische Erkrankung oder Behinderung haben bzw. als Angehörige betroffen sind. Charakteristisch für das Selbsthilfeprinzip ist der regelmäßige und selbstbestimmte Austausch Betroffener sowie Angehöriger in Gruppen, um die persönliche Lebensqualität zu verbessern.

Die Selbsthilfeförderung der Krankenkassen und ihrer Verbände zielt darauf ab, die Selbsthilfe in der Vielfalt ihrer Strukturen und Ausrichtungen zu unterstützen und dabei auch die neueren Entwicklungen der Selbsthilfe und ihre zunehmende Digitalisierung zu berücksichtigen.

Um dem gerecht zu werden, wird im Rahmen der GKV-Selbsthilfeförderung nun sowohl die Nutzung von analogen Angeboten als auch die Nutzung von digitalen Angeboten und Anwendungen gleichberechtigt unterstützt. Durch die Förderung digitaler Anwendungen wird ermöglicht, sich orts- und zeitunabhängig miteinander auszutauschen und zu informieren.

Die Fördermittel der GKV werden in zwei Förderstränge aufgeteilt:

Kassenartenübergreifende Pauschalförderung
Die kassenartenübergreifende Pauschalförderung ist eine gemeinsame Förderung von Selbsthilfegruppen, Selbsthilfeorganisationen und Selbsthilfekontaktstellen durch die gesetzlichen Krankenkassen und ihre Verbände. Im Rahmen der kassenartenübergreifenden Pauschalförderung werden diese Selbsthilfestrukturen im Sinne einer Basisfinanzierung institutionell bezuschusst.
Darüber hinaus können Projekte von "Dachorganisationen von Selbsthilfeorganisationen" aus der kassenartenübergreifenden Pauschalförderung gefördert werden. Die Fördergrundsätze in ihrer jeweils geltenden Fassung sind veröffentlicht unter: www.gkv-spitzenverband.de.

Krankenkassenindividuelle Projektförderung
Die krankenkassenindividuelle Projektförderung wird von einzelnen Krankenkassen und/oder ihren Verbänden verantwortet. Der Gesetzgeber hat den Krankenkassen die Möglichkeit eröffnet, mit der Selbsthilfe im Rahmen der Projektförderung zu kooperieren und inhaltlich zusammenzuarbeiten. Gefördert werden zeitlich und inhaltlich begrenzte Maßnahmen.

Die Fördergrundsätze traten mit Wirkung zum 1. Januar 2021 in Kraft. Sie wurden in Zusammenarbeit mit den Verbänden der Krankenkassen auf Bundesebene sowie unter beratender Beteiligung der Vertretungen der für die Wahrnehmung der Interessen der Selbsthilfe maßgeblichen Spitzenorganisationen entwickelt und werden bei Bedarf angepasst und weiterentwickelt.

Quelle: Website GKV Spitzenverband