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Mit Herz, Teamgeist – und einer Portion Kunstblut

Kassel. ASB-Bundesübung in Kassel mit mehr als 900 Teilnehmenden

Übung eines Rettungseinsatzes

Quietschende Bremsen, Schreie, zusammenbrechende Menschen – was wie ein tragisches Unglück wirkt, war der Auftakt zur größten Bundesübung in der Geschichte des Arbeiter-Samariter-Bundes. Ende Juni 2025 kamen in Kassel über 650 Einsatzkräfte aus 14 Bundesländern sowie von internationalen Samariterorganisationen zusammen. Mit rund 250 Einsatzfahrzeugen und mehr als 250 täuschend echt geschminkten Verletztendarsteller:innen wurden drei Szenarien geprobt: eine Notbremsung am Bahnhof, ein Heißluftballonabsturz und eine Wasserrettung auf der Fulda.

„Die besonderen Herausforderungen an diesem Wochenende bestehen darin, dass etwa 900 Samariterinnen und Samariter hier parallel üben – für den Ernstfall. Und da braucht es natürlich viel Koordination, viel Abstimmung, viele Absprachen. Aber wir sind sehr zuversichtlich, dass wir das gut hinkriegen“, erklärte Edith Wallmeier, Geschäftsführerin Einsatzdienste und Bildung beim ASB-Bundesverband.

Besonders eindrucksvoll war der Einsatz der Schnell-Einsatz-Gruppe Hann. Münden aus Göttingen-Land, die mit zwölf Ehrenamtlichen und sechs Fahrzeugen vor Ort war. Koordination und klare Kommunikation bestimmten das Geschehen am Gleis. Auch die ASB-Wasserrettung zeigte ihr Können: Für Laura Blüher aus Riesa ist die Bundesübung eine wertvolle Erfahrung – „man funktioniert einfach“, beschreibt sie die Belastungssituation.

Einen wichtigen Beitrag leisteten auch die Teams der realistischen Unfalldarstellung. Mit Modelliermasse und Kunstblut schminkten sie Brandopfer, Schnittwunden und Brüche. Dass Inklusion dabei selbstverständlich ist, zeigte Pia Krugeler aus Berlin, die trotz starker Sehbehinderung Teil des Schminkteams war.

Moderne Technik spielte ebenfalls eine Rolle: Drohnen lieferten Lagebilder, digitale Patientenregistrierung sorgte für Übersicht. Besonders deutlich wurde, wie entscheidend Zusammenspiel und Kameradschaft im Katastrophenschutz sind. „Das hier ist ein starkes Signal für die Zukunft des Ehrenamts und des Bevölkerungsschutzes“, betonte ASB-Bundesvorsitzender Knut Fleckenstein.

Am Ende der intensiven Übung blieb vor allem eines: das Gefühl, gemeinsam gewachsen zu sein. Die ASB-Bundesübung 2025 zeigte eindrucksvoll, wie Herz, Teamgeist und Professionalität zusammenwirken – für eine starke Vorbereitung auf den Ernstfall.

Quelle: Website des ASB