Studie belegt: Freiwilliges Engagement macht schlau!

2189_KTDortmund, 02.06.2008. Eine Studie der TU Dortmund und des Deutschen Jugendinstituts München liefert empirische Nachweise für die Bedeutung des freiwilligen Engagements als Lernfeld für Jugendliche.

Dass Jugendliche nicht nur in der Schule für das Leben lernen können, ist keine neue Erkenntnis. Neu an der Studie "Kompetenzerwerb im freiwilligen Engagement" ist, dass die nachhaltige Wirkung eines außerschulischen Lernfeldes erstmals auch empirisch nachgewiesen werden kann.

2189_LTÜber 70 Interviews haben die Dortmunder und Münchener Forscher mit jungen En-gagierten aus Jugendverbänden, Schülervertretungen und Initiativen in drei Bundesländern (NRW, Bayern, Sachsen) geführt. Zusätzlich wurden engagementerfahrene Erwachsene interviewt sowie in einer bundesweit angelegten standardisierten Repräsentativerhebung ca. 1.500 in der Jugendzeit engagierte 25- bis 40jährige und eine gleichaltrige Vergleichsgruppe von ca. 500 Personen ohne Engagementerfahrung befragt.

Alle Ergebnisse weisen in eine Richtung: Im Vergleich zu früher Nicht- Engagierten verfügen in der Jugendzeit engagierte Erwachsene über mehr praktische Hand-lungserfahrungen und damit auch über mehr Kompetenzen. Dies betrifft besonders die Organisations-, Gremien- und Leitungskompetenzen. So haben sie häufiger im Team gearbeitet, Veranstaltungen organisiert, Reden gehalten und Leitungsaufgaben übernommen.

Dass diese Erfahrungen Auswirkungen auf das Berufsleben haben, liegt auf der Hand. Kenntnisse aus dem freiwilligen Engagement wirken sich positiv in Einstellungsverfahren aus, führen – auch unter Ausschluss anderer Variablen – zu höheren Berufsabschlüssen und damit zu größerer beruflicher Zufriedenheit. Im Vergleich zur Gruppe der Nicht- Engagierten können doppelt so viele ehemals Engagierte einen Universitäts- oder Fachhochschulabschluss vorweisen. Zudem ergreifen sie häufiger Sozial-, Erziehungs- oder Gesundheitsberufe als früher Nicht-Engagierte. Damit ist das freiwillige Engagement Jugendlicher auch ein Rekrutierungsfeld für Sozialberufe. Dies ist angesichts des steigenden Bedarfs an Fachpersonal nicht ohne arbeitsmarktpolitische Bedeutung.

Und noch ein Effekt hat sich gezeigt: Wer als Jugendlicher gesellschaftliche Verantwortung durch ein freiwilliges Engagement übernimmt, tut dies mit großer Wahrscheinlichkeit auch als Erwachsener. Früher Engagierte engagieren sich auch im fortgeschrittenen Alter häufiger freiwillig in Vereinen und anderen Organisationen (über 50 Prozent; früher Nicht-Engagierte: 15 Prozent), sind stärker in Parteien, Gewerkschaften und Bürgerinitiativen vertreten und beteiligen sich auch ansonsten öfter an politischen und sozialen Aktivitäten im Gemeinwesen. Sogar ihre Spendenbereitschaft ist höher als die der Nicht-Engagierten.

Weitere Informationen:
Forschungsverbund Deutsches Jugendinstitut / Technische Universität Dortmund

Wiebken Düx 0231 755-5551 wduex@fb12.uni-dortmund.de

Erich Sass 0231 755-6554 esass@fb12.uni-dortmund.de

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