Deutsch-niederländische Konferenz zum bürgerschaftlichen Engagement älterer Menschen

2228_KTBerlin, 09.07.2008. Im Rahmen der deutsch-niederländischen Konferenz "Bürgerschaftliches Engagement älterer Menschen - Strategien für die Zukunft" wird diskutiert, wie das zivilgesellschaftliche Engagement aller Generationen gestärkt und über die Grenzen weiterentwickelt werden kann.


Die Konferenz ist Teil der "Initiative ZivilEngagement" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das mit dem Programm "Miteinander-Füreinander" das zivilgesellschaftliche Engagement aller Generationen anerkennen, stärken und weiterentwickeln will. Mit den Niederlanden hat man sich einen Kooperationspartner ausgesucht, der die mit Abstand höchste Quote freiwilligen Engagements in Europa aufweist.

"Unser gemeinsames Ziel ist es, im Rahmen dieser Tagung Erfahrungen auszutauschen, voneinander und miteinander zu lernen, Netzwerke zu bilden, die auch grenzüberschreitend wirken und nicht zuletzt neue Strategien bürgerschaftlichen Engagements zu entwickeln. Eine lebendige Demokratie lebt davon, dass ihre Bürger sich engagieren" erklärte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Hermann Kues bei der Auftaktveranstaltung.

"Ich bin mir sicher, dass wir aus dieser Konferenz vielfältige Anregungen und Denkanstöße mitnehmen werden" sagte Henk Bakkerode, der Vertreter des niederländischen Wohlfahrtsministeriums. "Die deutsch-niederländische Kooperation weist den Weg in die Zukunft. Mehr noch als heute werden sich ältere Menschen europaweit an der Zivilgesellschaft beteiligen und die Lebensqualität aller verbessern. Dafür brauchen wir schon jetzt die richtigen Konzepte."

Die rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz setzen sich vorwiegend aus Vertreterinnen und Vertretern der EU-Kommission, von Ministerien, kommunalen Spitzenverbänden, Seniorenorganisationen und ehrenamtlichen Initiativen zusammen. Sie diskutieren in Berlin unter anderem darüber, wie die Partizipation Hochaltriger gestärkt werden kann, welche Qualifizierungsangebote notwendig sind oder wie man gezielt Menschen ausländischer Herkunft gewinnen kann.

Aus dem Erfahrungsaustausch und Vergleich beider Länder werden konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet. Ein Beispiel ist das niederländische Projekt "Zilveren Kracht" (Silberne Kraft). Dabei haben ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Möglichkeit, ihre letzten Berufsjahre auf Kosten des Arbeitgebers in sozialen Organisationen zu arbeiten, um diese mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung zu unterstützen. Das niederländische Projekt könnte bald auch in Deutschland Schule machen. Entsprechende Projektanträge könnten zukünftig im Rahmen der Bundesprogramme "Alter schafft Neues - Aktiv im Alter" und "Freiwilligendienste aller Generationen" berücksichtigt werden.

Im Rahmen der deutsch-niederländischen Konferenz werden außerdem die Ergebnisse der Expertise "Strategien zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements älterer Menschen in Deutschland und den Niederlanden" vorgestellt, die das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Auftrag gegeben hat. Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass es in den Niederlanden im Vergleich zu Deutschland ein viel dichteres Netz an Freiwilligenzentralen gibt, die als Ansprechpartner der Kommunen fungieren. Außerdem unterstützt die niederländische Wirtschaft das freiwillige Engagement noch aktiver, als es in Deutschland der Fall ist. Vergleichbar sind in beiden Ländern aber die Motive und Erfolgsfaktoren, die ältere Menschen für ihr bürgerschaftliches Engagement angeben sowie die Mitsprache- und Mitbestimmungsmöglichkeiten.

Erfahrungswissen und Einsatzbereitschaft von älteren Menschen sind angesichts der demografischen Veränderungen unverzichtbar. Deshalb fördert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit der Initiative "Alter schafft Neues" die Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements. Die europäische Vergleichsstudie SHARE (Survey of Health, Aging and Retirement in Europe) verdeutlicht, dass die Potentiale des bürgerlichen Engagements bei weitem noch nicht ausgeschöpft sind. Danach haben die Niederlande mit 21 Prozent der über 50-Jährigen die mit Abstand höchste Quote freiwilligen Engagements in Europa. Deutschland liegt dem gegenüber mit 10 Prozent nur auf einem unteren Mittelplatz.

"Wer sich freiwillig engagiert, leistet einen Beitrag zu einer Gesellschaft, die auf Vertrauen und Solidarität, Eigeninitiative und Verantwortung setzt. Ältere Menschen können hier viel bieten und wir brauchen sie", so Dr. Kues.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite des Ministeriums.

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