Steigender Frauenanteil bei freiwilligen Feuerwehren

Berlin, 16.07.2008. Der Anteil von Frauen und Mädchen bei den freiwilligen Feuerwehren nimmt zu. Das geht aus einer Studie des Deutschen Feuerwehrverbandes und des Bundesfamilienministeriums hervor.

Derzeit seien 75.000 Frauen ehrenamtlich bei den Wehren aktiv, teilte das Ministerium mit. Das entspricht 7,25 Prozent aller Feuerwehr-Freiwilligen.

2232_LTAb sofort liegen die Ergebnisse der Praxisstudie "Mädchen und Frauen bei der Feuerwehr" vor. Das Forschungsprojekt wurde im Rahmen des Programms "Generationsübergreifenden Freiwilligendienste" vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert und vom Deutsche Feuerwehrverband umgesetzt. Ziel war es, die Feuerwehren verstärkt für neue Zielgruppen zu öffnen und so Frauen und Mädchen dauerhaft für diese Form des bürgerschaftlichen Engagements gewinnen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich ein Wandel vollzieht.

"Dass sich immer mehr Frauen bei den Freiwilligen Feuerwehren engagieren, freut mich sehr", sagt Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen. "Die Freiwillige Feuerwehr ist eine Organisation, die für uns alle unverzichtbar ist. Sie braucht engagierte Freiwillige beiderlei Geschlechts, die sich für das Gemeinwohl einsetzen. Gerade Frauen und Mädchen können in dieser typischen Männerwelt für neue Ideen und frischen Wind sorgen."

Mittlerweile engagieren sich bundesweit schon über 75.000 Frauen ehrenamtlich bei den Freiwilligen Feuerwehren, das entspricht einem Anteil von 7,25 Prozent. Der Abschlussbericht des Forschungsprojekts "Mädchen und Frauen bei der Freiwilligen Feuerwehr" zeigt, dass das Engagement der Feuerwehrfrauen vom "Helfen-Wollen" und von großer Begeisterung für die Feuerwehr getragen wird. Sie berichten von ihrem Interesse an Technik, aber zum Beispiel auch von der großen Kameradschaft in der "Feuerwehr-Familie". Auf der anderen Seite sprechen sie aber auch von ihren Problemen in dieser Männerwelt, wo es oft schwierig ist, Veränderungen in der Organisation durchzusetzen. Die Feuerwehren sind, wie die Zahlen zeigen, immer noch männlich dominiert und haben oft starre, hierarchische Strukturen. Die Ausbildung beschränkt sich meistens auf das Fachliche, Kommunikation und die Entwicklung sozialer Fähigkeiten stehen dabei nicht auf dem Lehrplan.

"Wenn sich Frauen mit ihren weiblichen Kompetenzen bei der Feuerwehr durchsetzen können, profitieren am Ende alle davon", sagt Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen. "Die Frauen, weil sie im Austausch mit ihren männlichen Kollegen technisches Know-How erwerben und die Männer, weil ihnen die Frauen einen besseren sozialen Umgang und eine bessere Kommunikation untereinander näher bringen können. Gewinnerin ist auf jeden Fall die Freiwillige Feuerwehr als Ganzes."

Im Rahmen des Forschungsprojektes wurden Leitlinien entwickelt, die unter anderem dafür sorgen sollen, dass Frauen bei der Feuerwehr stärker in Erscheinung treten, dass sich eine Kultur der Anerkennung und Kooperation durchsetzt und eine bessere Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Ehrenamt erreicht wird.

Die Untersuchung zeigt darüber hinaus, dass die Trennung der Geschlechter im Ehrenamt entlang derselben Linien verläuft wie im Erwerbsleben. Es ist eine Herausforderung für den Deutschen Feuerwehrverband, diese Trennlinie zu überwinden. Der Verband setzt sich in all seinen Gliederungen mit den aufgeworfenen Fragestellungen auseinander. Die vorliegenden Studienergebnisse sind hierbei sehr nützlich und fruchtbar: So dienten sie als Grundlage bei der Konzeption der bundesweiten Werbeaktion "Frauen am Zug", die mit Slogans wie "Frauen an den [Brand]Herd" oder "Frauen sind zu schwach [vertreten]" ironisch-charmant die Leitlinien umsetzt. Gleichzeitig bieten sie eine gute Grundlage für die Einleitung ähnlicher Veränderungsprozesse in anderen Organisationen - im freiwilligen ebenso wie im professionellen Bereich.

Indem der Deutsche Feuerwehrverband den Zeichen der Zeit folgt und sich diesem Modernisierungsprozess offensiv stellt, trägt er beispielhaft zur Festigung von Freiwilligendiensten - vor allem auch von Frauen - bei.

Weitere Informationen finden Sie hier.

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