Keine Krise beim Ehrenamt: Neue Studie zu freiwilligem Engagement in Stiftungen

Bundesverband Deutscher Stiftungen_KTBerlin, 19.03.2015. Der Bundesverband Deutscher Stiftungen hat die Studie "Freiwilliges Engagement und Stiftungen" veröffentlicht. Demnach sind freiwilliges Engagement und das deutsche Stiftungswesen untrennbar miteinander verbunden. Die Mehrzahl der deutschen Stiftungen arbeitet mit Freiwilligen zusammen. Der Bundesverband Deutscher Stiftungen bietet die Studie zum kostenlosen Download an.

Freiwilliges Engagement und das deutsche Stiftungswesen sind untrennbar miteinander verbunden: Die überwiegende Mehrzahl der deutschen Stiftungen (86 Prozent) arbeitet mit Freiwilligen zusammen und gewinnt sie vorwiegend durch Mundpropaganda oder gezielte Ansprache. Dies ergab die Studie "Freiwilliges Engagement in Stiftungen", die der Bundesverband Deutscher Stiftungen am 19. März 2015 veröffentlichte. Rund der Hälfte der befragten Stiftungen fällt es leicht, Ehrenamtliche zu finden. Als problematisch schätzen die Befragten hingegen die veränderten Zeitressourcen von Freiwilligen ein, die sich immer weniger dauerhaft binden können oder wollen. Nach Ansicht der interviewten Expertinnen und Experten stellen Kurzzeitengagements eine gute Möglichkeit dar, um diesem Trend entgegen zu wirken. Eine Vorreiterrolle in der Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen übernehmen Bürgerstiftungen: Mit rund 21 Prozent treffen sie häufiger als andere Stiftungen (6 Prozent) schriftliche Vereinbarungen, orientieren sich an Leitfäden und setzen auf feste Verabschiedungsrituale. Zudem unterstreichen die Studienergebnisse den hohen Stellenwert der Anerkennung von Freiwilligen. Neben Aufwandsentschädigungen für Fahrtkosten werden gemeinsame Aktivitäten und Fortbildungen besonders häufig genannt.

"Ehrenamtliches Engagement ist eine wesentliche Säule der deutschen Stiftungslandschaft. Umso mehr gilt es, diese Ressource noch effektiver zu nutzen und die Zusammenarbeit mit Freiwilligen weiter zu professionalisieren. Ebenso wie bei festen Mitarbeitenden sollte es für ehrenamtlich Tätige klare Vereinbarungen und Absprachen geben. Viele Bürgerstiftungen sind dafür ein Vorbild", betont Dr. Antje Bischoff, Leiterin Kompetenzzentrum Stiftungsforschung des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen.

Die Befragung fand online im Juni 2014 statt. Im Fokus standen die Fragen: Weshalb arbeiten Stiftungen mit Freiwilligen zusammen? Welche Bedeutung hat die Anerkennung von Freiwilligen? Wie finden Stiftungen und Freiwillige zusammen und wie ist die Zusammenarbeit strukturiert? Befragt wurden Stiftungen, die beim StiftungsPanel des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen registriert sind. Teilgenommen haben 170 der 427 zu diesem Zeitpunkt registrierten Stiftungen des StiftungsPanels. Zusätzlich wurden im Vorfeld sowie im Anschluss der Online-Befragung offene leitfadengestützte Interviews mit 15 Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Stiftungen geführt. Die Studie ist kostenlos im Internet unter www.stiftungen.org/studie-engagement erhältlich.

Über das StiftungsPanel
Das StiftungsPanel dient der langfristigen Erforschung der Stiftungslandschaft. Registrieren können sich alle deutschen Stiftungen. Teilnehmende am StiftungsPanel werden regelmäßig zu kurzen Befragungen eingeladen. Träger des StiftungsPanels ist der Bundesverband Deutscher Stiftungen. Es wird gefördert von der Software AG Stiftung, der Joachim Herz Stiftung und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Bundesverband Deutscher Stiftungen
Als unabhängiger Dachverband vertritt der Bundesverband Deutscher Stiftungen die Interessen der Stiftungen in Deutschland. Der größte Stiftungsverband in Europa hat mehr als 3.900 Mitglieder; über Stiftungsverwaltungen sind ihm mehr als 7.000 Stiftungen mitgliedschaftlich verbunden. Damit repräsentiert der Dachverband rund drei Viertel des deutschen Stiftungsvermögens in Höhe von rund 100 Milliarden Euro.

Pressemitteilung des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen

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