Region Hannover sichert Betreuungsvereine nachhaltig

180315 BetreuungsvereineHannover, 15.03.2018. Deutschlandweit sind die Betreuungsvereine finanziell bedroht. Die Region Hannover hat jetzt die Förderung für die Vereine in der Region angehoben.

Der Nachbar, die beste Freundin, Familienangehörige: Jeder Mensch kann plötzlich – aufgrund einer Krankheit, einer Behinderung oder eines Unfalls – in die Situation kommen, auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Oft wird dann eine rechtliche Betreuung notwendig. Betreuungsvereine mit ihren vielen ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuern sind dafür eine wichtige Anlaufstation.

Deutschlandweit hat sich die finanzielle Lage der Betreuungsvereine in den vergangenen Jahren stark verschlechtert.
Auch die Vereine in der Region sind existentiell bedroht, weil die Gelder fehlen. Mit einstimmigem Beschluss der Regionsversammlung hat die Region Hannover am 6. März 2018 die Fördersumme auf 45.000 Euro pro Jahr angehoben sowie die Förderdauer um drei Jahre verlängert – und appelliert an Land und Bund, die Betreuungsvereine finanziell ebenfalls deutlich mehr zu unterstützen.

Die Situation ist sehr angespannt
"Die Betreuungsvereine sind in einer sehr angespannten Situation: Seit 2005 hat der Bund die Stunden-Pauschale für die rechtliche Betreuung nicht erhöht. Die Vereine können dadurch längst nicht mehr kostendeckend arbeiten. Auch die Finanzierung der Querschnittsaufgaben schaffen die Vereine so nicht mehr – das muss auch das Land erkennen und handeln", so Erwin Jordan, Dezernent für Soziale Infrastruktur der Region Hannover.

Landeszuschuss konstant trotz steigender Kosten
Seit der Einführung des Betreuungsrechtes im Jahr 1992 erhalten die Vereine für ihre Aufgaben finanzielle Förderung: Jeweils ein Drittel der Kosten sollen das Land, die Kommune und der Verein selbst tragen. "Diese Rechnung geht schon längst nicht mehr auf – die Fixkosten sind deutlich teurer geworden, der Anteil des Landes aber ist seit über 25 Jahren mit rund 16.000 Euro Zuschuss gleich geblieben", kritisiert Ali Türk, Sprecher des Arbeitskreises der Betreuungsvereine Region Hannover. "Viele Vereine haben wirkliche Existenzsorgen. Durch den finanziellen Druck wird es auch immer schwieriger, neue rechtliche Betreuerinnen und Betreuer zu finden."

Derzeit gibt es in der Region Hannover insgesamt 350 ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer, die fremde Personen außerhalb ihres eigenen familiären Umfeldes betreuen. 310 Betreuerinnen und Betreuer üben diese Aufgabe hauptberuflich und selbstständig aus, davon sind rund 60 in den sechs von der Region Hannover geförderten Betreuungsvereinen aktiv.

(Textauszug)

Quelle und weitere Informationen: Website Region Hannover
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