Neue Freiwilligenagentur steht in den Startlöchern

Ganderkesee, 10.02.2005. Freiwillig und unentgeltlich ist die Devise der künftigen Vermittlungsbörse in Obhut der Gemeinde Ganderkesee. Gefragt sind Fähigkeiten und Kenntnisse von Privatpersonen, die von sozialen Einrichtungen in Anspruch genommen werden können.

In Ganderkesee steht eine neue Ehrenamtsbewegung unmittelbar vor dem Start. Im März soll eine so genannte Freiwilligenagentur ihre Dienste aufnehmen. Ihr Ziel: Die Vermittlung von Privatbürgern mit bestimmten, gefragten Fähigkeiten an Vereine, Verbände und gemeinnützige Institutionen. Im November vergangenen Jahres hatten rund 50 Vertreter aus dem sozialen Leben bei einer Auftaktveranstaltung großes Interesse an dieser neuen Form des Bürgerengagements bekundet.

Im Gespräch mit dem Delmenhorster Kreisblatt erläuterten die im Rathaus für die künftige Freiwilligenbörse zuständigen Mitarbeiterinnen Christa Wachtendorf und Elke Wiercioch Chancen, Aufgaben und Bedingungen des künftigen Forums.
"Eins ist uns ganz wichtig: Es geht nicht um private Nachbarschaftshilfe, also etwa das Erledigen von Besorgungen, kleinen handwerklichen Arbeiten oder Behördengängen", bekräftigten Wachtendorf und Wiercioch. Die Vermittlung von Privat an Privat sei nicht Sache der Freiwilligeninitiative. Es gehe um Bedarf und Wünsche von sozialen oder gemeinnützigen Institutionen, die Kompetenz für eine bestimmte Aufgabe suchen. Interesse könnten beispielsweise Kindergärten, Schulen, Vereine, Kirchen und andere bekunden. Die Agentur habe die Aufgabe, die "Suchenden" mit den Anbietern von Leistungen zusammenzubringen. Beispiel: Ein Sportverein möchte eine eigene Homepage für den Internetauftritt erstellen, hat aber nicht das nötige KnowHow und die finanzielle Kraft. Hier könnte eine Privatperson mit entsprechenden Kenntnissen einspringen und dem Verein zur weltweit einsehbaren Website verhelfen. "Und das unentgeltlich, denn das ist der Charakter einer Freiwilligenbörse", so Wachtendorf und Wiercioch.
Es gebe bereits auf beiden Seiten zahlreiche Anfragen. Auch wenn es kein Honorar gebe, seien viele Menschen in Ganderkesee gerne bereit, sich für die Allgemeinheit in einem konkreten Fall einzusetzen: "Schließlich bieten diese Leute auch das an, was sie ohnehin gerne tun. Und das kommt auch rüber", bekräftigten die beiden Rathausmitarbeiterinnen. Dank und Anerkennung für die geleistete Arbeit seien ein ebensolcher Lohn für Menschen, die nicht mal eben nach einer Einnahmequelle suchen. Anbieter seien auch ehemals Berufstätige, die jetzt im Pensions- oder Rentenalter ihr Know How gemeinnützig weitergeben möchten. Die Möglichkeiten seien vielfältig: So sei es denkbar, dass Kindergärten oder Tanz-AGs in Schulen von kreativen Anbietern profitieren könnten. Auch liege bereits eine spezielle Idee für ein Schulprojekt vor: Es gebe eine Initiative, die heimische archäologische Funde zusammentragen, mit ortshistorischem Hintergrund versehen und Schulklassen im Geschichtsunterricht vorstellen wolle. Weitere Felder: Arbeit mit älteren Menschen, Migranten, Behinderten, Jugendlichen, Öffentlichkeitsarbeit, Übersetzungen und mehr. Auf keinen Fall gehe es um Konkurrenz zu privaten Dienstleistern.
Wachtendorf und Wiercioch sehen im ausgeprägten Ganderkeseer Vereinsleben einen Nährboden für einen Erfolg der Freiwilligenagentur. Man sei jetzt dabei, die Vereine und Verbände mit ins Boot zu holen, beispielsweise die Orts- und Heimatverbände. Natürlich koste der Aufbau des Forums Geld. Für den finanziellen Aufwand (Personal- und Sachkosten) habe die Gemeinde Zuschüsse beim niedersächsischen Sozialministerium beantragt. Dort würden Mittel vergeben für innovative Freiwilligenprojekte zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements. Nach Bewilligung des Antrags sei der Start der Freiwilligenagentur "Macht mit" für den 1. März vorgesehen.

Information und Kontakt:
Auskunft zum Freiwilligenforum "Mach mit" erteilen bei der Gemeinde Christa Wachtendorf, Telefon 04222/44508, c.wachtendorf@ganderkesee.de, und Elke Wiercioch, Telefon 04222/44217, e.wircioch@ganderkesee.de, vom Fachbereich Gesellschaft und Soziales. Zusätzliche Infos über bürgerschaftliches Engagement sind im Internet abrufbar unter www.freiwilligenserver.de

Quelle: Delmenhorster Kreisblatt, Michael Korn, 09.02.2005.

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