Danachgedanken zu Corona

200820 Frau mit MaskeBerlin, 20.08.2020. Die BAGFA hat Freiwilligenagenturen ein wenig in die Zukunft schauen lassen und nach ihren Aussichten gefragt.

Die Beitragenden hielten sich mit weitreichenden Prognosen zurück – vielleicht stark mit den Bewegungen und Aufgaben der unmittelbaren Gegenwart beschäftigt. Oder sie haben geahnt, was sie unterdessen lernen mussten: Ein klar abgrenzbares Danach könnte es vorerst gar nicht geben.

Schließlich müssen wir uns, so sagte kürzlich einer der prominenten Virologen, eher auf ein Leben mit als nach Corona einstellen. Viele der neun Beiträge drehen sich um den Digitalisierungsschub und deklinieren durch, welche Möglichkeiten sich dadurch bieten – oder auch nicht. Auch hier zeigte sich, wie in so vielen Bereichen: Corona ist auch ein Brennglas, um die gesammelten Probleme noch schärfer zu stellen.

Drei von neun Einblicken von Freiwilligenagenturen aus der Reihe "Danachgedanken":

#Danachgedanke Nr. 1: Online bleibt
Von Carolin Goydke, Leiterin Freiwilligen Zentrum Hamburg:
Auch "davor" gab es den Begriff "Online-Engagement". Kam aber kaum vor: Website, App oder Datenbank programmieren, Mails beantworten¨ Außer bei Wikipedia mitzumachen, kannte ich keine richtigen "Online-Projekte". Aber jetzt. Online-Schulaufgabenhilfe, Online-Aussprachetraining, Online-Gruppenleitung¨ ENDLICH kann man sich, auch ohne Programmierer*in zu sein, "remote" engagieren, sogar, wenn man auf Dienstreise, im Krankenhaus, in Quarantäne oder im Urlaub ist. Das bleibt. Auch danach.

#Danachgedanke Nr. 2: Umweg Ehrenamt
Von Stefanie Lachmann, Koordinatorin EhrenamtsAgentur der Bürgerstiftung Weimar: Thüringen.
Fallzahlen niedrig, Katastrophe ausgeblieben, man rüttelt am Gitter. Dynamik in den offiziellen Verlautbarungen¨ öffnen, schließen, Geld, doch kein Geld, jetzt, später. Niemand will sich auf eine Zukunft festlegen, deren Perspektiven sich stündlich ändern. Bevor die Gesellschaft nicht halbwegs zur Ruhe kommt, hat das Ehrenamt Pause. Alles wird, wie´s war? Nee, es werden bald wieder mehr Leute, die bezahlte Arbeit suchen, den Umweg über das Ehrenamt nehmen müssen.

#Danachgedanken Nr. 3: Wer, wenn nicht wir
Von Wolfgang Krell, Geschäftsführer des Freiwilligen-Zentrum Augsburg gGmbH und Vorstand bagfa e.V.
Lehrer/innen erzählen uns, sie hätten auch schon im Januar sagen können, welche ihrer Schüler/innen sie bei der Online-Schule verlieren werden. Senioren wünschen sich Hilfe, wo wir den Eindruck gewinnen, die Krise in ihrem Alltag gab es schon vor Corona. Krise als Chance? Zumindest eine Chance jetzt und auch in Zukunft genauer hinzuschauen, welche Bedarfe es bei den Menschen in unserem Land gibt. Und sich den Kopf darüber zu zerbrechen, warum wir in "normalen" Zeiten" als Gesellschaft nicht so genau hinschauen. Wenn das in unserem reichen Land schon so ist, wie wird sich Corona erst in ärmeren Ländern langfristig auswirken?

Weitere Danachgedanken auf der Website der BAGFA

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