Für ein vielfältiges Land mit gleicher Teilhabe

210315 Logo bagfaBerlin, 15.03.2021. Das siebte bagfa-Digital-Gespräch mit einem Migrationsexperten über Hürden und Wege zu mehr Diversität auch in der Zivilgesellschaft.

Das gibt es nicht oft, dass jemand, der viele Jahre Referent im Bundeskanzleramt war, danach einen Verein für eine "plurale Republik" gründet – und dann auch noch über zehn Jahre lang dessen Vorsitzender bleibt.

Die bagfa hat Farhad Dilmaghani eingeladen, über seine Erfahrungen mit DeutschPlus e.V. zu erzählen, über Wege zu Vielfalt und Miteinander zu berichten und wie man auch in der Zivilgesellschaft diverser macht.

Hier einige Einsichten aus dem am 3. März geführten Gespräch mit dem Politikwissenschaftler, der im Hauptberuf Vorstandsbevollmächtigter der gemeinnützigen Phineo AG ist.

Was hat Farhad Dilmaghani dazu bewogen, zusammen mit Prof. Naika Foroutan den Verein DeutschPlus e.V. zu gründen?
Thilo Sarrazins Thesen etwa zur angeblichen genetischen Schwäche von Zuwanderergruppen haben den Ausschlag geben, denn die Debatte dazu war ein Alarmsignal für eine Diskursverschiebung nach rechts. Der Name DeutschPlus sollte zeigen: Die Gründer:innen verstehen sich als deutsche Staatsbürger:innen – und ein Plus hat jede:r. Vor allem aber begreifen sie Identität nicht als etwas eindimensionales – haben wir doch alle mehrere unterschiedliche Selbstverständnisse und Zugehörigkeiten.

Und was hat sich seither getan? Was Aufstiegschancen von Menschen mit Migrationsgeschichte anbelangt, nicht viel, sagt Farhad Dilmaghani. Dafür gebe es aber mehr Debatten, seit Diskriminierung und Hass durch Morde in Kassel, Halle, Hanau und durch die Black Lives Matter auf die Agenda kamen. Trotzdem werde eher in Wellenbewegungen über rassistische Ausgrenzung gesprochen. Zu bedenken gibt er, dass sich die verschiedenen Generationen dabei unterscheiden. Die junge Generation sei ganz anders sensibilisiert. Integration sei im Übrigen nicht das angemessene Dach für eine Diskussion: Wo hinein sollten sich denn Menschen, die in Deutschland geboren sind, integrieren?

Was sind seine drei Wünsche an Freiwilligenagenturen? Zunächst mal solle man eine interne Definition erarbeiten, was Diversität und Anti-Rassismus im eigenen Kontext bedeuten kann und soll. Dann wünscht sich Farhad Dilmaghani, ausgewählte Freiwilligenagenturen mögen gemeinsam eine diversitätsorientierte Organisationsentwicklung anstoßen und die Erkenntnisse daraus später allen Agenturen zu Verfügung stellen. Darüber hinaus wäre gut, wenn Freiwilligenagenturen – Multiplikatorinnen, die sie sind – ihrerseits für Diversitätsorientierung Lobbying machen.

Das komplette Interview finden Sie auf der Website der bagfa

Quelle: Website bagfa

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