Freiwillig engagiert im neuen Land

170621 PeersWolfenbüttel, 21.06.2017. Am 6. Juni startete die erste Schulung zum ehrenamtlichen Peer-Berater/zur Peer-Beraterin. Teil nahmen Menschen aus Serbien, Syrien und dem Sudan, die derzeit alle im Landkreis Wolfenbüttel leben.

Peers helfen – Selbstbestimmt im neuen Land ist ein niedersachsenweit einmaliges Projekt für Menschen mit Fluchterfahrung. Das Besondere daran: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beraten andere Neuzugewanderte und unterstützen sie bei der Integration.

Eine Buchhalterin, ein Informatiker, ein Physiotherapeut und ein ehemaliger Beamter – die Berufe der vier Teilnehmer/innen aus Serbien, Syrien und dem Sudan zeigen, dass es sich bei ihnen auch in dieser Hinsicht um "ganz normale Menschen" handelt. Auch ihre sonstigen Interessen und Fähigkeiten unterscheiden sich nicht von denen Einheimischer: Musik hören, Schwimmen, Lesen, Kochen, Wandern und Fotografieren sowie Fahrrad- und Autofahren.

Nur ihre Sprachkenntnisse verraten ihre Herkunft, denn neben Deutsch und Englisch beherrschen einige von ihnen – je nach Nationalität – auch Arabisch, Serbokroatisch und Bosnisch. Nach ihrer Motivation gefragt, sich ehrenamtlich zu engagieren, antworten sie mit "Man soll etwas für sich und andere tun." und "Ich hoffe, dass alle Menschen in der Welt friedlich leben können." "Freiheit" und "Gleichheit" – das sind die Ideale, die beispielsweise auch Hael aus Syrien verwirklicht sehen möchte. Auch hierin unterscheiden sie sich nicht von deutschen Freiwilligen.

Der Auftaktworkshop, der von einem deutschen Ehrenamtlichen geleitet wurde, förderte viele verschiedene Wünsche für ihre künftiges freiwilliges Engagement zutage: Sie möchten sich um ältere Menschen kümmern, für andere kochen und Kindern Nachhilfeunterricht geben. Und sie möchten Deutschen die eigene Kultur und Muttersprache näherbringen, aber auch über die politische Situation in ihren Heimatländern informieren, zum Beispiel über Rassismus und Frauenunterdrückung im Sudan. Und nicht zuletzt wollen sie andere Menschen motivieren, selbst aktiv zu werden.

Am 11. August 2017 wird die kleine Gruppe angehender Peer-Beraterinnen und -Berater das erste Mal an die Öffentlichkeit gehen und gemeinsam einen Interkulturellen Hof gestalten. Für die Gäste des Festes wird dies eine gute Möglichkeit sein, nicht nur das Projekt "Peers helfen" kennenzulernen, sondern auch einiges über die Herkunftsländer und die Fluchtursachen zu erfahren.

Kontakt
Axel Klingenberg
Tel. 05331/99 20 920
E-Mail: a.klingenberg@freiwillig-engagiert.de

Quelle: Website Freiwilligenagentur Jugend-Soziales-Sport e.V.


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