Blumengrüße auf dem Fehn zum Tag des Nachbarn

200616 Detlef M. PlaisierRhauderfehn, 16.05.2020. Ehrenamtskarten-Inhaber Detlef M. Plaisier berichtet über die Coronazeit und der überwältigen Hilfsbereitschaft der Menschen auf dem Fehn.

Zum "Tag des Nachbarn" am 29. Mai verteilte er 30 Samentütchen mit einem aufmunternden Gruß in Briefkästen auf dem Fehn. "Wir waren fünf Stunden mit dem Auto in der Gemeinde unterwegs. Da lernt man ganz neue Straßen kennen", schmunzelt Detlef M. Plaisier, der als Ehrenamtslotse im ostfriesischen Rhauderfehn aktiv war.

Unterstützt wurde er bei der Aktion von Sandra Gräfenstein, die als ehrenamtliche Freiwillige Müllerin eine der Rhauderfehner Mühlen mitbetreut. Weil die Baumärkte gerade wieder geöffnet hatten, wurden die Blumensamen beim Einkauf knapp, "und so waren auch einige Tütchen mit Radieschen dabei".

Den Anstoß zur blumigen Rundreise gab ein Mitmach-Set des Nachbarschaftsportals nebenan.de. Darin war ein Tütchen Blumensamen der Deutschen Fernsehlotterie enthalten. In Rhauderfehn bedachte Detlef M. Plaisier besonders aktive Helfer der Corona-Initiative der Gemeinde, aber auch ältere Menschen, die mit einem Anruf bei der Hotline des Ehrenamtslotsens um Unterstützung gebeten hatten. Die Senioren erhielten noch eine Alltagsmaske dazu, die von Ehrenamtlichen in der Gemeinde genäht worden war.

"Die Hilfsbereitschaft war überwältigend", resümiert Detlef M. Plaisier seine Erfahrungen in der bisherigen Coronazeit. In Rhauderfehn standen schnell über 20 ehrenamtliche Helfer aller Altersgruppen auf der Helferliste. Am häufigsten wurden ab Mitte März Einkaufsgänge nachgefragt, aber auch Begleitung zum Arzt oder Abholung von Medikamenten wurde erbeten.

"Bei einem älteren Herrn hat ein Helfer die Weinreben am Haus geschnitten, und sogar ein Speicher wurde für den Sperrmüll entrümpelt." Manchmal steckte hinter der Hilfeanfrage noch mehr: "Die Einsamkeit mancher Senioren hat mich sehr bewegt. Einmal konnten wir durch Hilfe des Landkreises einen Seniorenbegleiter für regelmäßige Besuche und Gespräche zum Tee vermitteln."

Detlef M. Plaisier lebt nach elf Jahren in Leipzig seit 2016 wieder im Norden. "Ruhe und Gelassenheit hier tun gut – und die intensive Nachbarschaft". So wurden viele Coronahilfen untereinander von Tür zu Tür geregelt. "Ich hatte, wie die anderen Initiativen auf dem Fehn auch, mehr Anfragen erwartet. Aber in der Krise bewähren sich die gewachsenen Strukturen des ländlichen Raumes".

Autor: Detlef M. Plaisier, Rhauderfehn

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