Was braucht das Ehrenamt?

210622 Zwei Personen hinter BildschirmenHannover, 21.06.2021. Auf Einladung der LAGFA wurden in einer Online-Podiumsdiskussion Herausforderungen und Zukunftsvisionen des Engagements in Niedersachsen beleuchtet.

"Niedersachsen ist das Land des freiwilligen Engagements und soll es auch bleiben" – diese Worte richtete der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil am vergangenen Dienstagabend in seiner Videobotschaft an die Teilnehmenden der Online-Podiumsdiskussion "Freiwilliges Engagement in Niedersachsen – Herausforderungen und Zukunft".

Wie genau dies umgesetzt werden kann, wurde im Anschluss an das Grußwort mit Vertreterinnen und Vertretern des Niedersächsischen Landtages, der niedersächsischen Landesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege und der Freiwilligen-Agenturen in einer anderthalbstündigen Veranstaltung diskutiert.

Die Gesellschaft befindet sich im Wandel und mit ihr das freiwillige Engagement. Die Diskussionsteilnehmenden sahen die Herausforderungen vor allem im fehlenden Nachwuchs, aber auch in der klassischen Vereinsarbeit, der Notwendigkeit der Digitalisierung, der zunehmenden Bürokratie und einer fehlenden Kontinuität bei den Förderungen.

"Es mangelt vor allem an verlässlichen Strukturen", beklagt etwa Regine Moll, Geschäftsführerin der Freiwilligen-Agentur Lilienthal, "Denn so begrüßenswert das Engagement einzelner Freiwilliger auch ist, so notwendig ist auch eine kontinuierliche Unterstützung des Ehrenamts sowohl durch hauptamtliche Mitarbeitende als auch eine verlässliche Finanzierung."

Petra Tiemann (SPD), Mitglied des niedersächsischen Landtages und Vorsitzende der Enquetekommission "Rahmenbedingungen für das ehrenamtliche Engagement verbessern" fordert vor diesem Hintergrund eine Ehrenamtsstrategie, die regelmäßig evaluiert und angepasst werden müsse. Das Land Niedersachsen müsse Rahmenbedingungen und Strukturen anbieten und aufrechterhalten, um verlässlicher Partner sein zu können.

Kommissionsmitglied Falk Hensel, Vertreter der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Niedersachsen forderte seinerseits Land und Kommunen auf, in Ehrenamt und Gemeinwesensarbeit zu investieren.

Einig waren sich die Teilnehmenden über die Aufgaben der Freiwilligen-Agenturen und Koordinierungsstellen in Niedersachsen: Als kommunikative Knotenpunkte für freiwilliges Engagement können sie Kompetenzen weitergeben, Einrichtungen untereinander vernetzen und insgesamt durch Hauptamt das Ehrenamt gezielt stärken.

Die Enquetekommission Ehrenamt wird ihre Arbeit bis zum 31.03.2022 fortsetzen und dann den abschließenden Bericht dem Landtag zuleiten.

Direktlinks: Aufzeichnung der Veranstaltung auf der Website der LAGFA oder auf Youtube

Hintergrund
Organisiert wurde die Veranstaltung von der Landesarbeitsgemeinschaft der FreiwilligenAgenturen und Koordinierungsstellen für das Ehrenamt (LAGFA). Als Dachverband für rund 100 Freiwilligenagenturen, -zentren und Koordinierungsstellen für das Ehrenamt setzt sie sich aktiv für die Förderung des freiwilligen Engagements in Niedersachsen ein.

Die LAGFA ist Mitglied des Niedersachsen-Rings, dem Landesbeirat zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements. Im Niedersachsen-Ring sind alle relevanten gesellschaftlichen Gruppen oder Organisationen vertreten.

Quelle: Pressemitteilung LAGFA

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