Kleingarten als Ort internationaler Begegnung

170710 Tempelhofer GartenBerlin, 10.07.2017. Der Berliner Verein "Tempelhofer Berg" wird für sein Internationales Kleingarten-Projekt auf dem ehemaligen Flughafen von der Stiftung Mitarbeit gefördert.

Das Tempelhofer Feld ist ein Teil des ehemaligen Berliner Flughafens Tempelhof und mit 355 Hektar die größte innerstädtische Freifläche der Welt. Der gemeinnützige Verein "Tempelhofer Berg" hat seinen »Stammsitz« am südlichen Rand des Areals.

Im Rahmen einer Kleingartenanlage treffen sich hier Menschen aus sechs Nationen, um gemeinsam zu gärtnern. Als im ehemaligen Hangars des Flughafens die berlinweit größte Notunterkunft für Flüchtlinge entstanden ist, »war rasch klar, dass wir uns der neuen Nachbarschaft öffnen wollten«, sagt Wilfried Büttner, der sich im Vorstand des Vereins engagiert.

Im Rahmen ihrer Kleingartenanlage sollte ein »Umweltgarten für Geflüchtete« entstehen, der insbesondere den in der Unterkunft lebenden Frauen und Kindern als »sicherer, geschützter und gesundheitsfördernder Raum« dienen sollte. Durch die aktive Teilhabe am Projekt sollte zudem »die Eigeninitiative, die Selbstwirksamkeit und das Empowerment« der geflüchteten Frauen und Kinder gefördert und »neue Möglichkeiten der Lebensgestaltung« außerhalb der limitierenden Bedingungen einer Flüchtlingsunterkunft eröffnet werden. Eingebettet waren die gärtnerischen Aktivitäten in eine umfassende psychosoziale Betreuung der Geflüchteten, die durch professionelle Fachkräfte und geschulte Ehrenamtliche des Vereins geleistet wurde.

Für die Aktiven des Vereins ist der Umgang mit den Geflüchteten bis heute »Herausforderung und Motivation« zugleich, wie Wilfried Büttner feststellt. Seine Bilanz fällt gemischt aus: »Der Umweltgarten wurde als Ort der Ruhe, der Begegnung und des Lernens von den Teilnehmenden geschätzt«, die Vermittlung von Umweltwissen war jedoch »nur in kleinen Schritten« möglich. Die mitwirkenden Frauen »waren damit beschäftigt, ihre persönliche, unsichere Situation zu klären und beispielsweise einen Schul- oder Betreuungsplatz für ihre Kinder zu suchen«. Dennoch ist Wilfried Büttner davon überzeugt, dass durch das Projekt »gegenseitiges Vertrauen« aufgebaut und eine »solide Grundlage« für weitere Aktivitäten geschaffen wurde.

Der Verein "Tempelhofer Berg e.V." arbeitet seit 2015 am Südrand des Tempelhofer Felds. Die Arbeit wurde durch eine Starthilfeförderung der Stiftung Mitarbeit möglich. Ausführliche Informationen zur Starthilfeförderung unter www.mitarbeit.de/starthilfe.html oder bei Corinna Asendorf in der Bundesgeschäftsstelle.

Quelle: Website Stiftung Mitarbeit

zurück

Symbol Schriftgröße Schrift kleiner Schrift größer