Freiwilligenagenturen erstmals grundlegend erforscht

Uni_Oldenburg_KTOldenburg, 24.05.2012. Eine neue Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Kooperation mit den Universitäten Oldenburg und Halle-Wittenberg erstmals Ergebnisse zu den Wirkungen und zur Entwicklung von Freiwilligenagenturen in Deutschland.

Über ein Drittel der Deutschen engagiert sich freiwillig – zumeist direkt vor Ort. Freiwilligenagenturen nehmen dabei eine Schlüsselposition ein. Sie sind moderne Organisationen mit einem beachtlichen Leistungspotenzial – ihre öffentliche Förderung fällt aber bescheiden aus. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Freiwilligenagenturen in Deutschland. Potenziale und Perspektiven einer vielversprechenden intermediären Organisation", die am 23.05.2012 im Unterausschuss "Bürgerschaftliches Engagement" des Deutschen Bundestages vorgestellt wurde. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Oldenburg und Halle-Wittenberg haben sie gemeinsam im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend durchgeführt.

Die Forscher können erstmals umfassende Befunde einer bundesweiten Erhebung sowie qualitativer kommunaler Fallstudien und Experteninterviews präsentieren.

"Mit der vorliegenden Untersuchung liegt erstmals eine differenzierte, bundesweite Studie zu den Wirkungen und zur Entwicklung von Freiwilligenagenturen in Deutschland vor. Die Studie liefert zugleich wichtige Erkenntnisse zur notwendigen Förderung einer lokalen Infrastruktur bürgerschaftlichen Engagements", konstatiert der Oldenburger Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Karsten Speck.
"Freiwilligenagenturen verstehen sich in Deutschland als Vermittler zwischen Bürgern, gemeinnützigen Organisationen, Politik und Verwaltungen in allen Angelegenheiten bürgerschaftlichen Engagements", so Holger Backhaus-Maul, Soziologe an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. "Sie informieren Bürger, beraten Organisationen und sind Lobbyisten in Engagement-Angelegenheiten. Das sind Alleinstellungsmerkmale, die die Freiwilligenagenturen zu begehrten Adressaten für öffentliche und private Förderer machen müssten."

Tatsächlich seien Freiwilligenagenturen, wie die Studie belegt, "moderne Organisationen mit einem beachtlichen Leistungs- und Wirkungspotenzial, deren gesellschaftliche Bedeutung für die Unterstützung bürgerschaftlichen Engagements offensichtlich weitgehend unbestritten und nunmehr wissenschaftlich belegt ist", bilanziert Speck. "Aber die viel beschworene öffentliche Förderung auf Kommunal- und Landesebene fällt bisher höchst bescheiden aus", sagt Backhaus-Maul. "Gerade deshalb ist es uns wichtig, unsere Erkenntnisse im zuständigen Bundestagsausschuss vortragen zu können."

Die Studie wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in arbeitsteiliger Kooperation zwischen den Universitäten Oldenburg und Halle-Wittenberg durchgeführt. Für die Fragebogenerhebung lag die Federführung bei der Universität Oldenburg, für die qualitativen Fallstudien und die Experteninterviews bei der Universität Halle-Wittenberg.
Weitere Informationen zu der Studie finden sie auf der Homepage des Springer VS Verlags, oder bei Prof. Dr. Karsten Speck der Universität Oldenburg.

Prof. Dr. Karsten Speck
Tel.: 0441/798-2174
E-Mail: karsten.speck@uni-oldenburg.de
www.uni-oldenburg.de



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