An die Grenzen gegangen

171120 GrenzeWolfenbüttel, 20.11.2017. Die Freiwilligenagentur Wolfenbüttel reiste im November mit Ehrenamtlichen und Geflüchteten an die ehemalige innerdeutsche Grenze und die Gedenkstätte Bergen-Belsen.

Gleich zweimal ging die Freiwilligenagentur im November auf große Fahrt: Am 8. und am 11. November absolvierte sie mit sechs ehrenamtlich aktiven Menschen aus der Samtgemeinde Elm-Asse die "Rundfahrt Grenzenlos".

Etappen waren das Zonengrenz-Museum in Helmstedt, weiter zur Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn und schließlich zum Grenzdenkmal Hötensleben in der Gemeinde Börde in Sachsen-Anhalt, wo ebenfalls noch viele Anlagen erhalten sind, darunter die Sichtblendmauer (auf einer Länge von 350 Metern) inklusive des Sicht- und Schussfeldes mit Signalzaun und Kolonnenweg.

Nach gut 3,5 Stunden endete die Tour in Helmstedt. Bei einem Kaffeetrinken wurden die Eindrücke des Tages noch einmal in aller Ruhe besprochen. Und natürlich wurde sich auch über die persönlichen Erlebnisse ausgetauscht, die die zumeist etwas älteren Mitfahrerinnen und Mitfahrer an dieser Grenze gemacht hatte.

Die Gruppe, die sich wenige Tage später, am 11. November, auf den Weg nach Bergen-Belsen im Landkreis Celle machte, war ganz anders zusammengesetzt, auch wenn es einige Überschneidungen gab. Zu den Seniorinnen und Senioren gesellten sich erwachsene Menschen mit Fluchthintergrund, die nunmehr in Braunschweig, Wolfenbüttel und der Samtgemeinde Schöppenstedt leben, ursprünglich jedoch aus Serbien, Afghanistan, Palästina und dem Sudan kamen. Komplettiert wurde die heterogene 18-köpfige Reisegruppe durch zwei zwölfjährige Jungen.

Ziel der Fahrt war die Gedenkstätte in Bergen-Belsen. In dem Heidedorf war ab 1940 ein Kriegsgefangenenlager der Wehrmacht angesiedelt, das wenige Jahre später durch ein Konzentrationslager ergänzt wurde. Mehr als 70.000 Menschen fanden hier den Tod, darunter viele jüdische Männer, Frauen und Kinder. Unter ihnen die Schwestern Margot und Anne Frank (letztere hat das berühmte Tagebuch geschrieben), für die es auf dem weitläufigen Gelände einen eigenen Gedenkstein gibt. Vom ehemaligen Lager sind nur noch wenige Fundamente erhalten, doch die von den Alliierten angelegten Massengräber und Mahnmale vermitteln einen guten Eindruck von der Brutalität der nationalsozialistischen Herrschaft. Geradezu erschütternd sind jedoch die Fotos und Filme, Augenzeugenberichte, Dokumente und Gegenstände, die in dem Dokumentationszentrum zu sehen sind, das in einem beeindruckenden Gebäude untergebracht ist. "Drinnen zeigen wir, was draußen nicht mehr zu sehen ist", erklärte eine Mitarbeiterin der Gedenkstätte.

Auch diese Fahrt endete mit dem Besuch eines Cafés, bei dem sich die Fahrtteilnehmerinnen und -teilnehmer über ihre unterschiedlichen Eindrücke austauschen konnten.

Quelle: Website FWA Wolfenbüttel

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