Vereinsengagement und junge Menschen

170929 Ohne JugendBerlin, 29.09.2017. Wenn der Nachwuchs nicht mehr nach wächst, ist guter Rat gefragt. Jens Maedler vom BKJ bespricht ein Buch zum Thema.

Noch vor wenigen Jahren stand der demographische Wandel mit seinen einhergehenden zumeist negativ apostrophierten Folgen hoch im Ranking gesellschaftspolitscher Diskurse. Derweil hat sich die Erkenntnis Bahn gebrochen, dass die Zu- oder Abnahme der Zahl von Einwohner*innen eine einflussbare Variable ist, sich damit aber wenig per se erklären lässt. So verhält es sich auch mit Blick auf zivilgesellschaftliche Organisationen und dem Engagement junger Menschen.

Ist es tatsächlich so, dass junge Menschen, weil heute in Deutschland aufgrund der niedrigen Geburtenrate in geringerer Zahl aufwachsend, in Vereinen und Verbänden nur noch margi-nalisiert anzutreffen sind und in den Reihen der Vorstände selten Platz nehmen; spielt es eine Rolle, dass Vereine, die von ihrem Wesen her eher bewahrend angelegt sind, wenig darauf geben, dass sich das Freizeit- und Sozialverhalten von jungen Menschen verändert; oder liegt der Hund, wenn schon nicht begraben, ganz woanders herum und streckt die müden Glieder?

Dr. Mareike Alscher hat sich mit dem Thema in ihrer langjährigen Forschungstätigkeit intensiv beschäftigt und die Fragestellung "Zivilgesellschaftliche Organisationen ohne Jugend?" u.a. in ihrer Dissertation bearbeitet. Da die Frage viele Akteure umtreibt und zur genaueren Betrachtung anregt, hat sie ihre Forschungsergebnisse überarbeitet, aktualisiert und stellt sie nun vor.

Im Unterschied zu bisherigen Arbeiten, die sich mit Fragen des individuellen Engagements beschäftigen, wählt die Autorin einen organisationsbezogenen Ansatz und nimmt damit einen vielversprechenden Perspektivwechsel vor.

Das Buch "Zivilgesellschaftliche Organisationen ohne Jugend?" ist ein wertvoller Beitrag zur Debatte über die Zukunft des Engagements in zivilgesellschaftlichen Organisationen. Für zivilgesellschaftliche Organisationen ist es eine empfehlenswerte Grundlage zu deren Organisationsentwicklung. Hierfür werden praktische Hinweise, die der Arbeit von Bildungsträgern, Dachverbänden, Vereinen und anderen gemeinnützigen Organisationen dienen, gegeben.

Nach der Lektüre dürfte mehr Klarheit bestehen, wo in der Verbandsentwicklung künftige Schwerpunkte für eine Nachwuchsarbeit sinnvoll zu setzen sind.

Autor (Textauszug): Jens Maedler, Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V.

Download: Vollständige Buchbesprechung Dr. Mareike Alscher"Zivilgesellschaftliche Organisationen ohne Jugend?"

Quelle: Website BBE


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