Johanniter fordern stärkere Anerkennung von ehrenamtlichem Engagement

171206 JohanniterWinsen, 06.12.2017. Die Johanniter spüren, dass eine langfristige Bindung von ehrenamtlichen Helfern immer schwieriger wird. Sie fordern die Einbindung in die Rentenversicherung.

Bei der Johanniter-Unfall-Hilfe sind knapp 36.000 ehrenamtliche Helfer aktiv. Sie engagieren sich im Bevölkerungsschutz, im Sanitätsdienst, im Hospizdienst, in der Seniorenbetreuung, in den Rettungshundestaffeln, in der Erste-Hilfe-Ausbildung und vieles mehr.

Thomas Mähnert, Mitglied des Bundesvorstandes der Johanniter-Unfall-Hilfe, resümiert: "Viele unserer sozialen Projekte könnten in diesem Umfang ohne ehrenamtliche Unterstützung nicht realisiert werden. Den Tag des Ehrenamtes am 5. Dezember 2017 möchten wir daher nutzen, um uns bei unseren ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern zu bedanken. Gleichzeitig fordern wir aber auch eine angemessene gesellschaftliche Würdigung dieses Engagements."

"Die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren, ist in unserer Gesellschaft weiterhin hoch, jedoch sollten die Rahmenbedingungen für ein dauerhaftes und verlässliches Engagement verbessert werden", so Mähnert weiter. Spontanhelfer leisten in vielen Projekten punktuell wertvolle Unterstützung - eine langfristig ausgebildete Katastrophenschutz- oder Sanitätsdiensteinheit kann davon jedoch nicht profitieren. Viel Zeit und finanzielle Mittel werden von Seiten der Hilfsorganisationen, aber auch von Seiten der Helfer in die Ausbildung und in die technische Ausstattung gesteckt, bis sie qualifizierte Hilfe leisten können. Das sollte honoriert werden.

Um das Ehrenamt in Deutschland weiter zu stärken, fordern die Johanniter die Aufnahme der ehrenamtlichen Tätigkeit in die gesetzliche Rentenversicherung. "Dies könnte entweder durch die Aufnahme aktiver Tätigkeiten als Anrechnungszeit (nach SGB VI) erfolgen oder als eigenständige Zusatzrente. Durch die Kopplung an eine Mindestaktiv-Zeit entstünde ein zusätzlicher Anreiz für ein langfristiges, kontinuierliches Engagement", resümiert Mähnert.

Diese Forderung unterstützt auch Thomas Edelmann, Mitglied des Vorstandes der Johanniter-Unfall-Hilfe im Regionalverband Harburg. "Bei uns sind rund 230 Johanniter ehrenamtlich aktiv. Besonders im Bevölkerungs- und Katastrophenschutz, im Sanitätsdienst und in der Jugendarbeit leisten unsere Helfer tagtäglich wertvolle Arbeit – freiwillig und unentgeltlich."

Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
Die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. ist mit rund 20.000 Beschäftigten, 36.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und rund 1,3 Millionen Fördermitgliedern eine der größten Hilfsorganisationen in Deutschland und zugleich ein großes Unternehmen der Sozialwirtschaft.

Quelle: Website Landkreis Harburg

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