Ministerin Ursula von der Leyen: "Pfiffige Ideen und Eigeninitiative für eine kinderfreundliche Gesellschaft"

Hannover, 21.06.2004. Der landesweite Wettbewerb "Aktiv für gesunde Kinder und Familien" wurde am 20. Juni mit der Preisverleihung und einem bunten Kinderfest unter dem Motto "Niedersachsen - Kinderland, Familienland" abgeschlossen. Acht Initiativen und Vereine wurden mit Geldpreisen in Höhe von 25.000 EURO ausgezeichnet.

Unter dem Beifall von Kindern und Eltern aus allen Teilen Niedersachsens überreichten Familienministerin Ursula von der Leyen und der Vorsitzende der Niedersächsischen Lottostiftung, Reinhard Scheibe, am 20. Juni 2004 Urkunden und Geldpreise in Höhe von insgesamt 25.000 ? an acht freiwillige Initiativen und Vereine aus Lüneburg, Georgsmarienhütte, Bennigsen, Celle, Dreilingen (Landkreis Uelzen), Osterkappeln-Schwagsdorf, Sehnde und Sulingen.

Der landesweite Wettbewerb "Aktiv für gesunde Kinder und Familien" wurde mit der Preisverleihung und einem bunten Kinderfest unter dem Motto "Niedersachsen - Kinderland, Familienland" vor dem Neuen Rathaus in Hannover abgeschlossen.

"Die von der Jury aus über 300 Wettbewerbsbeiträgen ausgewählten Preisträger sind das beste Zeichen dafür, dass wir nicht unbedingt teure Projekte brauchen, um unsere Gesellschaft kinderfreundlicher zu machen. Wichtiger sind pfiffige Ideen und freiwillige Eigeninitiative", hob Ministerin von der Leyen hervor. In Niedersachsen gebe es ein große Zahl von Menschen, die sich jeden Tag ganz besonders für Familien einsetzen und sich fragen, wo sie konkret etwas für die Gesundheit von Kindern tun können. "Eltern, die in der Schule regelmäßig ein gesundes Frühstück anbieten; Nachbarn, die sich um Spielplätze kümmern; ältere Leute, die Kindern bei den Hausaufgaben helfen; Vereine, die ein altes Freibad renovieren oder Angebote für behinderte Kinder und deren Eltern, sind nur einige Beispiele guter Ideen. Viele Erkrankungen seien mit einfachen Mitteln vermeidbar: mit frischer Luft, gesunder Ernährung und viel Bewegung. Wichtig sei dabei das Vorbild der Eltern und anderer Erwachsener, um den Kindern zu zeigen, dass zum Beispiel Rauchen, Alkohol und zu viel Fett krank machten, betonte von der Leyen. Der Landesregierung und den Wettbewerbspartnern gehe es darum, die positiven Beispiele und Aktionen bekannt gemacht werden, um noch mehr Menschen Mut zu machen, etwas für Familien und die Kindern zu tun. Die Ministerin dankte insbesondere der Niedersächsischen Lottostiftung, der Klosterkammer Hannover, der LBS, der AOK, Hit- Radio Antenne als Medienpartner und den Kirchen für ihr großes Engagement und die Unterstützung des Wettbewerbs.

"Für die Jury war es keine leichte Aufgabe, aus den mehr als 300 Wettbewerbsbeiträgen die drei Preisträger und die fünf besonderen Würdigungen auszuwählen. Am liebsten hätten wir alle ausgezeichnet, so viele gute Ideen waren dabei", sagte der Vorsitzender der Jury und des Vorstandes der Niedersächsischen Lottostiftung, Reinhard Scheibe, in seiner Laudatio. Kriterien bei der Auswahl der Wettbewerbsbeiträge seien für die Jury vor allem der Umfang des freiwilligen Engagements und der Einbeziehung der Kinder sowie die Nachhaltigkeit und der Vorbildcharakter einer Initiative gewesen. Auch die Kooperation mit anderen Initiativen oder Institutionen sei in die Bewertung mit einbezogen worden.

Mit dem ersten Preis und einer Siegerprämie in Höhe von 10.000 Euro wurde die "Kindertafel" der Ev. Luth. Paul-Gerhardt Kirchengemeinde aus Lüneburg ausgezeichnet. Die Kirchengemeinde bietet seit 1995 täglich 35 bis 40 Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien ein warmes Mittagessen. Es handelt sich dabei um Kinder, die andernfalls keine warme Mahlzeit erhalten würden. Die Helferinnen und Helfer arbeiten rein ehrenamtlich und das Projekt wird ausschließlich durch Spenden finanziert. In Zusammenarbeit mit dem Verbund Sozialtherapeutischer Einrichtungen Lüneburg bietet die "Kindertafel" darüber hinaus eine Hausaufgabenhilfe und Maßnahmen der offener Kinder- und Jugendarbeit (Spielnachmittag und Sportangebote) an.

Den mit einem Geldpreis in Höhe von 6.000 Euro verbundenen zweiten Preis erhielt das Familienzentrum "Maries Hütte" aus Georgsmarienhütte. Das Zentrum wurde für seinen Arbeitskreis "Eine Schule für alle - und mehr" ausgezeichnet, der sich um Familien mit behinderten Kindern kümmert. Er bietet Gesprächskreise für Eltern an und organisiert gemeinsame Sportaktivitäten für behinderte und nicht behinderte Kinder und Jugendliche sowie Familienwochenenden. Auf die Weise leistet die Initiative einen wichtigen Beitrag zur sozialen Integration behinderter Kinder und Jugendlicher.

Der dritte Preis, verbunden mit einer Prämie von 4.000 Euro, wurde an den Wassersportverein Bennigsen vergeben. Die Vereinsmitglieder haben das von der Schließung bedrohte Lehrschwimmbecken der Grundschule in Bennigsen in freiwilligen Arbeitsstunden saniert und betreiben es seit dem Jahr 2000 in privater Trägerschaft. In dem Lehrschwimmbecken findet vormittags der Schwimmunterricht für die Grundschüler und die benachbarte Schule für Lernbehinderte statt. Am Nachmittag bietet der Verein dort Schwimmunterricht an. Das freiwillige Engagement der Bennigser hat dafür gesorgt, dass die Kinder an eine so wichtige und gesunde Bewegungsform wie das Schwimmen herangeführt werden und der Leitsatz des Ortes "Kein Bennigser Kind soll die Grundschule verlassen, ohne schwimmen zu können" wieder verwirklicht werden kann.

Darüber hinaus wurden fünf Vereine bzw. Initiativen mit einer besonderen Würdigung und einem Geldpreis in Höhe von jeweils 1.000 Euro bedacht:

  • Der Arbeitskreis "Schattenwende" aus Sulingen betreibt seit 1991 ehrenamtlich ein Beratungstelefon für Kinder und Jugendliche. Hier können sich Kinder und Jugendliche einmal wöchentlich von fachkundigen Personen in allen Fragen des sexuellen Missbrauchs anonym beraten lassen.
  • Die Sportjongleure Dreilingen e.V. animieren seit zehn Jahren generationsübergreifend Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Dreilingen zum Jonglieren, zur Akrobatik und kleinen Bewegungskunststücken. Inzwischen hat der Verein Mitglieder aus der gesamten Region gewonnen, die diese Bewegungsangebote nutzen. Außerdem besteht eine Kooperation mit einer Ganztagsschule und einer Sonderschule für Lernhilfe, so dass diese ausgefallene Sportart auch zusätzliche Bewegung in das Schulleben bringt und die soziale Kompetenz fördert.
  • Die freiwillige Initiative "Experimente mit der Natur" fördert die Experimentierfreude und Beobachtungsgabe bei Kindern und Jugendlichen für Zusammenhänge der Natur. Hierzu führen die drei Fachfrauen Dr. Barbara Greinke (Dipl.-Physikerin), Dr. Doris Schmidt (Dipl.-Biologin) und Ulrike Warnecke (Gärtnerin) aus Sehnde mit Kindern physikalische, biologische und chemische Experimente aus der Natur durch. Auf diese anregende Art und Weise wird nicht nur das Verständnis für die Natur geweckt, sondern die Kinder und Jugendlichen lernen zugleich, selbstständig aktiv zu sein.
  • Der Onkologische Forum Celle e.V. engagiert sich für Kinder und Jugendliche, deren Eltern oder Familienangehörige an Krebs erkrankt sind. Vor allem für Kinder ist dies häufig eine schwere seelische Belastung. Das onkologische Forum bietet den betroffenen Kindern und Jugendlichen in dieser schwierigen Situation seine Hilfe und Unterstützung an. In zwei Kindergruppen und einer Jugendgruppe haben die Betroffenen die Möglichkeit, sich auszutauschen und über ihre Erfahrungen zu sprechen. Geleitet werden die Gruppen von ausgebildeten Therapeutinnen, die auch für Einzelberatungen und Hausbesuche zur Verfügung stehen.
  • Der Förderverein der Menschenfreu(n)de Schwagstorf (Osterkappeln) hat in einer beispielhaften Aktion einen naturnahen Spiel-, Bewegungs- und Begegnungsraum für alle Generationen geschaffen. 254 Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben bei diesem generationsübergreifenden Projekt freiwillig geholfen, einen Schulhof zu einem multifunktionalen Dorfgemeinschaftsplatz umzugestalten. Den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen nach vielfältigen Bewegungsmöglichkeiten wurde hierbei ebenso Rechung getragen wie denen der Erwachsenen nach Ruhe und Erholung.

Im Anschluss an die Preisverleihung feierten die Sieger des Wettbewerbs zusammen mit mehreren tausend Kindern und deren Eltern im Maschpark am Neuen Rathaus in Hannover ein ausgelassenes Familienfest. Unter dem Motto "Niedersachsen - Kinderland, Familienland" wurde den Gästen ein buntes Unterhaltungsprogramm geboten, in das auch die Sport Jongleure Dreiligen e. V. mit eingebunden waren. Für das musikalische Rahmenprogramm sorgten die nach einer kreativen Pause wieder in die Musikarena zurückgekehrte Hip-Hop-Gruppe "Die 3. Generation" sowie der beliebte Kinderliedermacher Volker Rosin. Richtig austoben konnten sich die Kinder unter anderem auf Deutschlands größtem aufblasbaren Hindernisparcours, beim Mitmach-Zirkus, auf einer großen Spielwiese sowie in dem lehrreichen Karies-Tunnel.

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