DLRG-Medic Team 2 zurück aus Südasien

Bad Nenndorf, 24.01.2005. Präsidium dankt den ehrenamtlichen Helfern für ihren Einsatz in Sri Lanka.

Über 226.000 Tote und weit mehr als fünf Millionen Obdachlose forderte die schreckliche Flutkatastrophe in Südasien. Wie die DLRG mit ihrem medizinischen Team auf Sri Lanka Tausenden Menschen das Überleben sicherte, erfahren Sie hier.

Vor 14 Tagen reisten sie mit einem flauen Gefühl im Magen nach Sri Lanka. Sie hatten den festen Willen, den Opfern in der am zweitstärksten von dem verheerenden Tsumani betroffenen Region zu helfen. Das Team nahm sofort seine Arbeit in Weligama, Provinz Galle auf, wo medizinisches Fachpersonal dringend benötigt wurde. Jetzt kehrten sie erschöpft und müde zurück. Am Flughafen Frankfurt erwartet die Justitiarin im Präsidium Astrid Löber die sechs ehrenamtlichen Helfer, um ihnen offiziell den ausdrücklichen Dank und Anerkennung zu überbringen: "Ihr alle habt großartige Arbeit geleistet. Es ist wichtig und richtig, da zu helfen, wo die Hilfe am nötigsten gebraucht wird aber jetzt sind wir auch froh, dass ihr gesund und wohlbehalten zurück gekehrt seid."

940_LTMatthias Frick, Felix Ihringer, Alexander Kille, Alexander Walter aus dem DLRG Landesverband Baden und der Arzt Raik Schäfer (LV Thüringen) behandelten in den 14 Tagen rund 3.500 Patienten, nahmen etliche chirurgische Eingriffe vor und erhielten neben dem Segen Buddhas, den ein Mönch aussprach, auch viele selbstgemalte Bilder von Kindern als Dankeschön. "Mich hat vor allem beeindruckt, das diese Menschen, selbst wenn sie durch diese Katastrophe die ganze Familie verloren hatten, nicht resignierten, sondern immer noch lächelnd in die Zukunft schauen und einfach dankbar für jede Hilfe waren", schildert der Arzt Raik Schäfer seine Eindrücke. "Die Arbeit wurde erfolgreich zu Ende gebracht. Das ist das, was mich am meisten befriedigt", erklärt er weiter. Jetzt seien die ansässigen Ärzte wieder in der Lage, die Arbeit selbst zu übernehmen und fortzuführen.

Heinz Seib, Referent für den Wasserrettungsdienst des Landesverbandes Baden und Lehr-Rettungsassistent arbeitete währenddessen als Liasion-Officer in Colombo und koordinierte in Zusammenarbeit mit der Deutschen Botschaft, den Behörden und Einrichtungen vor Ort sowie den anderen nationalen Hilfsorganisationen (NGO) den DLRG-Einsatz. "Alle haben dort hervorragende Arbeit geleistet. Es gehört schon eine Menge Organisationstalent dazu, die Hilfsmaßnahmen, die aus der ganzen Welt eintreffen, vernünftig zu koordinieren und Doppelungen zu vermeiden. Um so befremdlicher ist es für mich, wenn sich dann Katastrophentouristen ungefragt und unangefordert ins Flugzeug setzen, und sich dann vor Ort wundern, dass sie von allen nur als Störfaktor empfunden werden", so Seib, der sich gleichzeitig auch für die gute Vorbereitung und qualifizierte Begleitung durch das DLRG-Lagezentrum in Bad Nenndorf bedankte.

Das Lagezentrum war während des Einsatzes rund um die Uhr besetzt und fungierte als Ansprechpartner der deutschen Ministerien, des gemeinsamen Melde- und Lagezentrums des Bundes und der Länder (GMLZ), des Technischen Hilfswerks (THW) sowie der anderen Hilfsorganisationen und informierte die Landesverbände der DLRG regelmäßig über die Entwicklung der Lage in den betroffenen Gebieten. Neben der koordinativen und organisatorischen Betreuung sorgte es dafür, dass die Rückkehrer zunächst eine psychologische Betreuung durch ein geschultes Kriseninterventionsteam erhielten und von der Presse abgeschirmt wurden, damit sie die Eindrücke erst mal selbst verarbeiten können.

Es war der erste außereuropäische Katastrophen-Einsatz in der über 90-jährigen Geschichte der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft. "Die DLRG hat ihre Bewährungsprobe bestanden. Natürlich stehen wir auch zukünftig für solche Einsätze zur Verfügung", erklärte Generalsekretär Ludger Schulte-Hülsmann. Die größte Wasserrettungsorganisation der Welt leiste zwar bisher vordergründig im osteuropäischen Raum Entwicklungshilfe und bewährte sich bei nationalen Einsätzen, doch angesichts der verheerenden Katastrophe und der nun bestehenden persönlichen Beziehungen sei man in der moralischen Verpflichtung, der srilankesischen Wasserrettungsorganisation beim Wiederaufbau nach besten Kräften zu helfen, so Schulte-Hülsmann weiter. Hier soll vor allem Hilfe zur Selbsthilfe gegeben werden.

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