Besuch im vhs-Kurs: Arabisch für Flüchtlingshelfer

Melle, 19.02.2016. Tabus kennenlernen, Fettnäpfchen umgehen: Viel mehr als reine Sprachvermittlung bietet das neue Seminarangebot "Arabisch für Flüchtlingshelfer", das die Volkshochschule Osnabrücker Land (vhs) anbietet. Das erste interkulturelle Training fand jetzt in Melle statt.

Das erste interkulturelle Training lockte mehr als 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur vhs.

"Ich bin nur hier, um zu helfen", leitete Dozent Abdulrazak A. Heritani das Kompaktseminar für Teilnehmer ohne Vorkenntnisse ein. Heritani stammt gebürtig aus Syrien, lebt aber seit über 40 Jahren in Deutschland. Er lud die Kursbesucher ein, "alle Themen anzusprechen, die Ihnen wichtig sind." Die Teilnehmer – meist Ehrenamtliche, die den Flüchtlingen in ihrem Ort Unterstützung anbieten – kamen aus Rödinghausen, Bad Essen, Spenge, Bielefeld, Minden, Melle oder Osnabrück und nutzten das zweitägige Seminar, um Erfahrungen auszutauschen. "Missverständnissen vorbeugen", "Tabus kennenlernen" oder "Fettnäpfchen umgehen", lauteten ihre Gründe, den Kurs zu besuchen.

Der Dozent Heritani beantwortete ihre Fragen und räumte mit einigen Missverständnissen zu Ge- und Verboten im Islam auf. "Wenn ich als Muslim von gläubigen Christen oder Juden zum Essen eingeladen werde, verbietet es mir die Höflichkeit, zu fragen, ob Schweinefleisch angeboten wird, da sie wissen, dass ein Muslime kein Schweinefleisch isst", erklärte Heritani. Ähnlich sei es mit dem Händeschütteln zur Begrüßung. "Für das Gebet muss sich ein Muslime reinigen, er muss saubere Kleidung anziehen und den Körper waschen. Berührt er anschließend eine fremde Frau, zum Beispiel beim Händeschütteln zur Begrüßung, muss er sich vor dem Gebet erneut waschen", berichtete der Dozent. Dennoch sei es "einfach nur dumm und unhöflich, deswegen das Händeschütteln abzulehnen. Das hat nichts mit dem Islam zu tun, sondern nur mit schlechter Erziehung."

Am wichtigsten sei, so Heritani, dass den Flüchtlingen Hilfe zur Selbsthilfe angeboten werde. "Trotz möglicher traumatischer Erlebnisse während der Flucht sind sie in der Lage, ihr Leben selbst zu organisieren. Lassen Sie den Flüchtlingen ihre Selbstständigkeit, so gelingt Integration", appellierte er an die Kursteilnehmer.

Neben vielen historischen Fakten und Themen wie Kultur oder Religion bot Heritani einen kurzen Einstieg in die arabische Sprache, die heute in 23 Ländern von über 500 Millionen Menschen gesprochen werde. Praktische Übungen zu Phonetik und Alphabet, eine kurze Einführung in die Schrift und das Training von wichtigen Floskeln für einen höflichen Umgang rundeten den Kurs ab.

Programmbereichsleiterin Barbara Radinger-Dombert, bei der vhs zuständig für Fremdsprachen, dankte Heritani für seinen Einsatz in den kompakten Arabischkursen, die in in den vhs-Außenstellen Georgsmarienhütte, Bad Laer, Bohmte, Melle und Quakenbrück sowie als Inhouse-Schulungen für Schulen oder Unternehmen angeboten werden.

Weitere Informationen unter www.vhs-osland.de oder bei
Frau Barbara Radinger-Dombert
Telefon 0541/501-3094
E-Mail: barbara.radinger-dombert@vhs-osland.de.

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