Rückblick Kurzseminar: Das Gesundheitssystem Deutschlands

180726 KurzseminarOsnabrück, 26.07.2018. Bericht vom 2. Seminar der Caritas zu Themen für Geflüchtete, die sich ehrenamtlich in Deutschland engagieren wollen.

Am 10.07.2018 fand die zweite Veranstaltung der sechsteiligen Kurzseminar-Reihe statt, die vom "Projekt Salvete" des Caritasverbandes für die Stadt und den Landkreis Osnabrück angeboten wird und noch bis Ende 2018 läuft. Die Reihe greift Themen auf, die für Geflüchtete, die sich nun hier in Deutschland ehrenamtlich engagieren möchten, hilfreiche Grundlage sind, um sich auf das Ehrenamt vorzubereiten.

Los ging es mit einer herzlichen Begrüßung durch die Caritas-Mitarbeiterin Therese Aniol. In der anschließenden Vorstellungsrunde stellte sich jede*r Teilnehmer*in kurz auf Deutsch vor. Dies gelang allen schon sehr gut, obgleich mancher erst seit gut einem Jahr in Deutschland lebt.

Herr Ambachew Addisu Anjulo, der aus Äthiopien stammt und zurzeit an der Universität Osnabrück promoviert, stellte danach das Tagesprogramm vor, bevor er mit seiner Präsentation über das deutsche Gesundheitssystem startete.

In der Pause wurden eritreische Häppchen serviert und die Teilnehmer*innen konnten sich beim gemeinsamen Essen kennen lernen, austauschen und Fragen klären. Nach der Stärkung ging es mit der Gruppenarbeit weiter. Es wurden zwei Gruppen gebildet, die von der Ehrenamtlichen Renate Mensen und der Praktikantin Christina Harms unterstützt wurden. Die Gruppen bearbeiteten ca. eine halbe Stunde lang das Thema "Wie gehe ich mit Stress um?". Bei der nachfolgenden Vorstellung der Ergebnisse in der Großgruppe halfen die anwesenden Übersetzer ein wenig aus.

Etliche sportliche Betätigungsmöglichkeiten wie Fahrrad fahren, zu Fuß gehen, schwimmen, joggen, Sportgruppen oder auch die Sportmöglichkeiten im Schlossgarten (die zur freien Verfügung bereit stehenden Geräte) wurden als Ergebnisse präsentiert.

Der Vorschlag, ein Spaziergang durch den Wald, dabei zu sich selbst kommen, die grüne Farbe zu genießen, fand besonders Anklang. Aber auch Beschäftigungen wie Freunde treffen, gemeinsam Kaffee trinken gehen oder lesen sowie Musik hören.

Ohne Selbst-Bewusstsein gehe es nicht. Der Austausch mit guten Freunden sei besonders wichtig. Da aber nicht jeder bereits gute Freunde gefunden habe, könne man stattdessen auch zu den Kirchengemeinden, muslimischen Gemeinden usw. gehen, die mittlerweile gar nicht mehr nach der Konfession schauen und offen für jeden sind. Oder sich einem Chor anschließen oder zum Lach-Joga-Kurs gehen. Man könne aber auch zur Beratung gehen, Frauenberatung, Männerberatung, etc.

"Die Caritas ist vorbereitet," hieß es dazu in der Runde. Bei der Beratung herrsche Schweigepflicht und man könne über seine Probleme reden, ohne dass im Nachhinein vielleicht getratscht wird. Auch die Beichte sei so eine Möglichkeit. Zum Abschluss der Ergebnispräsentation übte die Ehrenamtliche Renate Mensen mit den interessierten Teilnehmer*innen eine Lach-Joga-Übung ein. Die Teilnehmer hatten viel Spaß und manch einer konnte gar nicht mehr aufhören, fröhlich zu lachen.

Abschließend fand eine Reflexion der Veranstaltung statt. Den Teilnehmer* innen gefiel die Veranstaltung sehr gut. Sie empfinden es als sehr wichtig, das deutsche System und die deutsche Kultur kennen zu lernen. Ehrenamtliche Tätigkeit sei zudem dazu da, beweisen zu können, dass man sich entgegen mancher Vorurteile auf sie verlassen könne.

Für die Finanzierung der Kurzseminarreihe bedankt sich das Team vom Salvete ganz herzlich bei dem Land Niedersachsen.

Text: Christina Harms / Praktikantin bei der Caritas Osnabrück

Quelle: Website Caritas Osnabrück

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