Ausstellung "125 Jahre Marie Juchacz"

Braunschweig, 03.03.2005. Anlässlich des 125. Geburtstages der AWO-Gründerin und Frauenrechtlerin Marie Juchacz hat die Braunschweiger AWO eine Wanderausstellung über ihr Leben nach Braunschweig geholt.

Als eine "bedeutende Frau der deutschen Geschichte" hat der Bundesvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Manfred Ragati die vor 125 Jahren, am 15. März 1879, geborene Sozialpolitikerin und Frauenrechtlerin Marie Juchacz gewürdigt. "Marie Juchacz gehört zum Kreis der Frauen, die zu Beginn des letzten Jahrhunderts das allgemeine Wahlrecht in Deutschland für die Frauen erstritten haben", erklärte Ragati. Am 19. Februar 1919 hielt sie vor der Weimarer Nationalversammlung als erste Frau eine Rede vor einem deutschen Parlament. Vor über 85 Jahren gründete sie die Arbeiterwohlfahrt.

Als Marie Gohlke in Landsberg an der Warthe in ärmsten Verhältnissen geboren und aufgewachsen, zog Marie Juchacz nach ihrer Trennung von dem Schneidermeister B. Juchacz mit ihren zwei Kindern nach Berlin. Nach der Aufhebung des Verbots politischer Betätigung für Frauen trat sie 1908 der SPD bei. 1917 wurde die engagierte Sozialpolitikerin in den Parteivorstand berufen.

Unter dem Eindruck der unvorstellbaren Not und des Massenelends nach dem Ersten Weltkrieg, der schwierigen sozialen Lage der Frauen und ihrer geringen Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten zeichnet sie einen Monat nach ihrer Wahl in ihrer ersten Rede vor der Weimarer Nationalversammlung die künftigen Aufgaben der Frau in Politik und Gesellschaft: Mutterschutz, Säuglings- und Krankenpflege, Volksgesundheit und Jugendpflege sowie Arbeitslosenfürsorge.

"Ja, fast logisch musste sie zu der Initiatorin werden, die der Wohlfahrtsarbeit der Sozialdemokraten einen organisatorischen Rahmen gab: die Arbeiterwohlfahrt", so Ragati. Sie rief beim Parteivorstand der SPD am 13. Dezember 1919 den Hauptausschuss für Arbeiterwohlfahrt ins Leben. Marie Juchacz entwickelte und führte die junge Gemeinschaft zu einer starken Organisation bis 1933.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 floh sie durch halb Europa nach New York. Von dort organisierte sie Hilfslieferungen für Bedürftige im zerstörten Nachkriegsdeutschland. 1949 kehrte sie nach Deutschland zurück und wurde Ehrenvorsitzende der wieder gegründeten Arbeiterwohlfahrt. Marie Juchacz starb am 28. Januar 1956 in Düsseldorf.

Die Ausstellung ist bis Ostersonntag, 27. März, in der Friedenskapelle auf dem katholischen Friedhof an der Helmstedter Straße (gegenüber Opel Dürkop) zu besichtigen.

Öffnungszeiten:
Montag, Donnerstag, Freitag 15 bis 18 Uhr,
Dienstag 15 bis 17 Uhr,
Sonntag (ab 13. März) 14 bis 17 Uhr.
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