30.000ster Kompetenznachweis überreicht

Hannover, 20.03.2007. Sozialministerin Ross-Luttmann hat heute im Freiwilligenzentrum Hannover den Kompetenznachweis für ehrenamtliches Engagement an sieben Bürgerinnen und Bürger überreicht. Der Nachweis sei ein besonders wichtiger und erfolgreicher Baustein der Anerkennung für geleistetes Engagement, so Ross-Luttmann.

"Bürgerinnen und Bürger, die sich freiwillig für Andere engagieren und ihre Kompetenzen einbringen, sind keine Lückenbüßer, sondern unverzichtbarer Bestandteil einer solidarischen Gesellschaft", erklärte Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann am Dienstag bei der Aushändigung des 30.000sten 1884_LT_1Kompetenznachweises im Freiwilligenzentrum Hannover. Die Ministerin übergab den Nachweis für ehrenamtliche Arbeit an sieben Frauen und Männer aus Hannover, Hildesheim und Springe, die sich im Freiwilligen Jahr für Senioren, als Engagement-Lotsen (ELFEN), Ausbildungspaten, in der Migrationsarbeit, in der Öffentlichkeitsarbeit, in Besuchsdiensten für Pflegeheime sowie in der Trauerarbeit engagieren.

"Wir haben in Niedersachsen mit Hilfe der Freiwilligenzentren und der Einrichtung des FreiwilligenServers sowie zahlreicher anderer Initiativen wie Engagement-Lotsen und das freiwillige Jahr für Senioren wegweisende Strukturen für die Information, Beratung, Vernetzung und Qualifizierung der Ehrenamtlichen aufgebaut.

Daneben brauchen wir aber auch eine Kultur der Anerkennung für ehrenamtliches Engagement, um die öffentliche Wahrnehmung der Aktiven und deren Vorbildfunktion für unsere Gesellschaft zu unterstützen", sagte Ministerin Ross-Luttmann.

Neben Wettbewerben für freiwillige Initiativen und Ordensauszeichnungen sei der landesweite Kompetenznachweis "Engagiert in Niedersachsen" ein besonders wichtiger und erfolgreicher Baustein der Anerkennung für geleistetes Engagement. Mit ihm würden insbesondere im Ehrenamt erworbene Fähigkeiten und Kompetenzen sichtbar gemacht, die auch Schlüsselqualifikationen für eine berufliche Tätigkeit sein könnten. "Arbeitgeber sind gut beraten, wenn sie bei der Vergabe von Ausbildungsplätzen oder der Einstellung neuer Arbeitskräfte berücksichtigen, ob Bewerberinnen oder Bewerber ehrenamtlich aktiv sind. Wer sich freiwillig engagiert, ist in der Regel auch im Berufleben hoch motiviert und deshalb für den Betrieb ein Gewinn", betonte Ross-Luttmann.

Ross-Luttmann verwies darauf, dass sich nahezu 40 Prozent der über 14-Jährigen in Niedersachsen auf vielfältige Weise ehrenamtlich und bürgerschaftlich engagieren. Das seien über 2,5 Millionen Menschen und sechs Prozent mehr als noch vor fünf Jahren. Niedersachsen habe sich damit zu einem Musterland bürgerschaftlichen Engagements entwickelt.

Nach den Worten des Sprechers der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen- und -zentren, Adalbert Mauerhof, sind die Freiwilligenagenturen in Niedersachsen ein wichtiger Motor zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements auf kommunaler Ebene. Exemplarisches Beispiel hierfür sei das generationsübergreifende Netzwerk "Freiwillig in Hannover" in der Landeshauptstadt. "Hier ist - ähnlich wie in Stadt und Landkreis Osnabrück - ein übergreifender Verbund verschiedener Organisationen und Einrichtungen mit dem Ziel entstanden, durch wechselseitigen Erfahrungsaustausch innovative Ansätze und Projekte für bürgerschaftliches Engagement zu entwickeln", erläuterte Mauerhof.


An folgende Personen überreichte Frau Ross-Luttmann den Kompetenznachweis:

Antje Gouby, 30 Jahre, Sozialpädagogin, MBA, selbständig tätig als Coach und Trainerin

1884_LT_2Frau Gouby hat ihren Wohn- und Unternehmenssitz in Hildesheim. Für das Projekt "Ausbildungspaten" im Freiwilligenzentrum kommt sie regelmäßig nach Hannover. Die Ausbildungspatinnen und -paten unterstützen Schülerinnen und Schülern von Hauptschulen oder von BBS´en bei den Bemühungen um einen betrieblichen Ausbildungsplatz. Die Jugendlichen bekommen Unterstützung bei der Berufswahl, bei der Suche nach Praktikums- und Ausbildungsplätzen, bei schriftlichen und persönlichen Bewerbungen und bei der Recherche bzw. dem Finden einer Ausbildungsfirma. Neben der individuellen 1:1-Betreuung in Motivations- und Beratungsgesprächen, erhalten manche Schüler noch Nachhilfe. Für alle Jugendlichen werden verschiedene Trainings, wie Talentscouting, Telefontraining, Bewerbungs- und Vorstellungstrainings durchgeführt.

Frau Gouby betreut als Patin zwei Schülerinnen der 9. Klasse der Hauptschule Ahlem. Beide Schülerinnen haben einen Migrationshintergrund und hinken mit ihren schulischen Leistungen hinterher. So ist Frau Gouby motivierend und unterstützend in Bezug auf das Nahziel Hauptschulabschluss tätig. Gleichzeitig bespricht sie mit den Schülerinnen mögliche berufliche Ziele und Vorgehensweisen, um diese zu erreichen. Über diese Einzelbetreuung hinaus bietet Frau Gouby für Jugendliche und PatInnen im Projekt ehrenamtlich Workshops zu Vorstellungsgesprächen an.

Gerlinde Hahn, 62 Jahre, Bibliothekarin im Ruhestand

1884_LT_3Frau Hahn ist ein zuverlässig aktives Mitglied der Welcome Group des Freiwilligenzentrum Hannover. Die Welcome Group bemüht sich um die Integration von Neubürgerinnen und Neubürgern aus aller Welt. Menschen, die neu zuziehen nach Hannover finden in der Wel-come Group erste Kontakte, Ansprechpartner zur Orientierung in der Stadt, Übersetzungshilfen, Begleitung bei wichtigen Erledigungen, Angebote für Führungen und Besuche und Sprachgruppen zum Training der deutschen Sprache. Frau Hahn ist seit ihrer Pensionierung vor zwei Jahren im Welcome Programm aktiv. Hier hat sie eine Sprachgruppe aufgebaut, die sie zusammen mit einer freiwilligen Kollegin einmal wöchentlich durchführt. Frau Hahn bietet vor allem russischen Aussiedlerinnen einen regelmäßigen Sprachunterricht auf Basis eines kulturellen Austauschs und orientiert an jahreszeitlichen oder in anderer Weise aktuellen Themen.

Karin Küchel, 52 Jahre, von Beruf Hausfrau

Frau Küchel gehört zu den Mitgründerinnen der Gruppe "Besucher auf 4 Pfoten". Besucher auf 4 Pfoten wurden im Jahr 2001 im Freiwilligenzentrum Hannover gegründet. Die Gruppe besucht demenziell erkrankte alte Menschen, die ihren letzten Lebensabschnitt in einem Pflegeheim verleben.

In die Konzeption des Besuchsdienstes sind Erfahrungen aus der Rettungs- und Therapiehundeausbildung ebenso eingegangen wie Gespräche mit Mitarbeiterinnen aus den Pflegedienstleitungen verschiedener Altenheimen und Wünsche der Freiwilligen.

Seit Beginn des Projekts waren ca. 40 Freiwillige im Besuchsdienst aktiv. Sie haben mit ihren Hunden hunderten alten Menschen Abwechslung, Anregung, Zuwendung, Wärme und ein wenig Lebensqualität gebracht.

Zurzeit besucht die Gruppe regelmäßig zehn Altenheime in Hannover.
Frau Küchel hat mit der Gruppe auch verschiedene Neugründungen in der Region Hannover (Burgdorf, Lehrte, Sarstedt, Springe) unterstützt.

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Astrid Laubisch, 49 Jahre alt, Bürokauffrau

Auch Frau Laubisch arbeitet seit vielen Jahren engagiert im Projekt Besucher auf 4 Pfoten mit. Frau Laubisch hat sich zusätzlich zu den Besuchen auf Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt spezialisiert. Sie hat eine projekteigene Homepage aufgebaut (www.besucher-auf-4-Pfoten.de), organisiert Infostände (Dogdays etc.) und arbeitet an der Weiterentwicklung der Materialien, die Interessierten und Freiwilligen zur Verfügung stehen. Erste wichtige Informationen zu Anforderungen an den Besuchshund und Erwartungen an die Freiwilligen stehen auf der Homepage zur Verfügung.

Frau Laubisch hat mit der Gruppe auch verschiedene Neugründungen in der Region Hannover unterstützt, bzw. pflegt das kleine Besuchsdienstnetzwerk.

Uwe Lampe, 53 Jahre, war hauptberuflich Leiter einer Kapitalverwaltungsgesellschaft, dann 13 Monate als Soldat im Auslandseinsatz. Er übt jetzt eine berufliche Tätigkeit als selbständiger Unternehmensberater aus.

1884_LT_5Herr Lampe war Zeit seines Lebens ehrenamtlich aktiv. Er war Mitglied des Springer Stadtrats, dort Vorsitzender des Sozial- und des Finanzausschusses, weiter war Herr Lampe ehrenamtlicher Richter am Verwaltungsgericht Hannover, Vorsitzender des Deutschen Alpenvereins, Sektion Hannover sowie des Tennisvereins in Springe.

Herr Lampe hat 2006 am Fortbildungsprogramm Engagement Lotsen für Niedersachsen (ELFEN) teilgenommen. Nach der Fortbildung ist er als Multiplikator für Bürgerschaftliches Engagement tätig. Zusammen mit der Freiwilligenakademie Niedersachsen und den beiden Bildungsträgern entwickelt er ein Konzept zur Kommunikation und Präsentation des ELFEN-Programms in Kommunen. Darüber hinaus ist eine weitere Zusammenarbeit zur Entwicklung eines nachhaltigen Engagement-Lotsen-Netzwerks für Niedersachsen geplant.

Katja Latteier, 28 Jahre, Studentin und Webdesignerin

1884_LT_6Frau Latteier, in China geboren, in Spanien aufgewachsen (Nationalität deutsch), studiert in Hannover Informations- management. Frau Latteier kam 2001 zu Studienzwecken nach Hannover. Mit dem Wunsch, sich sinnvoll in die neue Stadt zu integrieren, ihre Kenntnisse einzubringen und neue Menschen kennen zu lernen, kam sie recht bald ins Freiwilligenzentrum. Das FWZ stand damals fast am Anfang (Gründung 1999) und hatte noch keinen professionellen Internetauftritt. Frau Latteier entwickelte mit den Mitarbeitern des Freiwilligenzentrums die Struktur der Homepage; die Gestaltung, Layout, Logos und Fotos leistete sie allein. Seitdem hat Frau Latteier die Seite stetig weiter entwickelt und betreut. Die Seite www.freiwilligenzentrum-hannover.de ist im Web außerordentlich gut platziert. Bei der Eingabe "Freiwilligenzentrum" erscheint als erstes das Freiwilligenzentrum Hannover. Insgesamt kommen die Seite auf 9.180 Link-Einträge. Besonders hervorgehoben werden muss der regelmäßige hohe Aktualisierungsaufwand. Alle sieben, spätestens alle 14 Tage aktualisiert Frau Latteier die Homepage um aktuelle Nachrichten, Termine, Fotos und Berichte.

Hans Peters, 69 Jahre, Rentner, Dipl. Sozialpädagoge/Diakon, Berufstätigkeit: Heimleiter im Stephansstift

1884_LT_7Herr Peters hat neben seinem engagierten Berufsleben vielfältige ehrenamtliche Tätigkeiten ausgeübt. Für seine ehemaligen Mitarbeiter plant Herr Peters immer noch Freizeitangebote und gesellige Treffen. Ein weiteres Engagementfeld von Hans Peters ist die Begleitung von Trauernden.

Seit November 2005 ist er als Freiwilliger im workshop hannover Zentrum für kreatives Gestalten e.v. tätig. Im Workshop arbeitet Herr Peters als Mobiler Kultur Assistent (MKA). Das Projekt Mobile Kunst Assistenten findet im Rahmen des Freiwilligen Jahres für Senioren statt.

Die MKA's unterstützen KunsterzieherInnen, KunstädagogInnen, LehrerInnen, KunsttherapeutInnen in Schulen, Kindergärten, Altenheimen, Jugendtreffs u. a. Einrichtungen bei kreativen Angeboten, wie zum Beispiel Basteln, Textiles Gestalten, Filzen oder Töpfern. Je nach Neigung arbeiten die MKA´s mit Kindern, Jugendlichen, behinderten Menschen aller Altersgruppen oder mit Senioren.
Hans Peters engagiert sich als Sprecher der 15 Mobilen Kultur Assistenten, organisiert für sie Kulturangebote wie z.B. Museumsbesuche oder Ausflüge und ist im Workshop zur Stelle, wenn man ihn braucht.

Weitere Informationen zum Kompetenznachweis und wie man ihn erhalten kann finden Sie auf der Startseite des FreiwilligenServers oder direkt HIER!


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