Hospiz Stiftung würdigt das Engagement ehrenamtlicher Helfer

Dortmund, 12.10.2005. Die Deutsche Hospiz Stiftung hat anlässlich des Welthospiztages am 8. Oktober das Engagement von rund 40.000 ehrenamtlichen Helfern in der Hospizarbeit gewürdigt.

"Ohne das große Engagement der Ehrenamtlichen in der Hospizarbeit wären viele Menschen in der letzten Lebensphase mit ihren Sorgen und Ängsten allein", so der Geschäftsführende Vorstand der Deutschen Hospiz Stiftung Eugen Brysch.

1350_LTAnlässlich des Welthospiztages am 8. Oktober lobte die Patientenschutzorganisation die Unterstützung der allein in Deutschland über 40 000 ehrenamtlichen Helfer. "Dieser Tag muss Anlass sein, auf das zu blicken, was vor uns liegt", mahnte Brysch. Denn: Es darf nicht vergessen werden, dass sich das Hospizangebot in Deutschland in den vergangenen Jahren im Vergleich etwa zu Großbritannien oder Skandinavien unterschiedlich entwickelt hat. Während dort bis zu 35 Prozent der Schwerstkranken und Sterbenden durch Palliativ-Care-Versorgung, also einer umfassenden professionellen Begleitung mit Schmerztherapie und Symptomkontrolle, erreicht werden, sind es hierzulande gerade mal 2 Prozent. "Nach 20 Jahren politischer Diskussion um eine bessere Sterbebegleitung ist das ein Armutszeugnis für Deutschland", betonte Brysch. Mehr noch: "Das zeigt, dass unser Gesundheitssystem für die kommenden Jahre immer noch nicht fit ist."

Und daran sind nicht die ehrenamtlichen Helfer Schuld.Statt die Herausforderungen der nächsten Jahre anzugehen, etwa die Verdopplung der Anzahl der Menschen, die pflegebedürftig (von heute mehr als 2 Millionen auf bis zu 4 Millionen) oder demenzkrank sind (von heute 900.000 auf über 2 Millionen), verdrängen wir die abzusehenden Herausforderungen. "Als zukünftiger Pflegebedürftiger oder Schwerstkranker kann man beim derzeitigen Stand nur auf zwei Dinge hoffen: entweder auf die Frauen, die ihre Männer, Lebenspartner und Angehörigen pflegen oder auf eine osteuropäische Pflegekraft", sagte Eugen Brysch.

Das kann aber kein tragfähiges Konzept sein. Stattdessen brauchen wir eine grundsätzliche Änderung in der Versorgung von Pflegebedürftigen und Schwerstkranken in Deutschland. "Nicht über ein neues Sterbehilfe-Gesetz muss diskutiert werden, sondern über die tatsächlichen Ängste und Bedürfnisse der Menschen am Ende ihres Lebens."

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