Ehrenamtliche erfassen Pflanzenarten

Norden, 12.07.2006. Im Rahmen des Arten-Erfassungsprogramms des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) haben Ehrenamtliche unter der Leitung von Dr. Annemarie Schacherer vom NLKWN 165 verschieden Pflanzenarten erfasst und kartiert.

Stundenlang durchstreiften sie den Schafhauser Wald bei Esens und entdeckten 165(!) verschiedene Pflanzenarten, darunter auch landesweit als gefährdet eingestufte Arten wie Knöterich-Laichkraut, Hirsen-Segge und Kopfige Hainsimse oder regional gefährdete Arten wie Wiesen-Kammgras und Bergfarn. Sie _ das sind 15 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des niedersächsischen Pflanzenarten-Erfassungsprogramms, die sich kürzlich unter der sachkundigen Leitung von Dr. Annemarie Schacherer vom NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) in Zusammenarbeit mit dem für das Gebiet zuständigen Förster Tido Bent im FFH-Gebiet "Ochsenweide, Schafhauser Wald und Feuchtwiesen bei Esens" informierten.

1658_LT"Viele Tier- und Pflanzenarten sind durch Bestandsrückgänge gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Um rechtzeitig gegensteuern zu können und die biologische Vielfalt zu bewahren, muss die Situation der Tier- und Pflanzenwelt kontinuierlich beobachtet werden", erläutert Dr. Schacherer. Sie arbeitet beim NLWKN in Hannover im Bereich Naturschutz und ist Expertin für den Pflanzenartenschutz.

"Wenn wir einen zielgerichteten und effizienten Naturschutz betreiben wollen, brauchen wir eben auch Daten über Vorkommen und Bestandsentwicklung der Tier- und Pflanzenarten", sagt Schacherer. Diese Daten liefern die Arten-Erfassungsprogramme des NLWKN. Sie sind die Grundlage für die Naturschutzarbeit des NLWKN, der auch Fachbehörde für Naturschutz ist. Das Pflanzen- und auch das Tierarten-Erfassungsprogramm werden vom NLWKN koordiniert.

Doch woher kommen diese Daten, die ja in ganz Niedersachsen gesammelt werden müssen? Jetzt kommen die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ins Spiel - insgesamt sind es in Niedersachsen rund 3000 (!) Personen, die jedes Jahr Tausende von Meldungen über Vorkommen von Tier- und Pflanzenarten an den NLWKN geben. "Hier ergibt sich für viele Pflanzenkenner eine Gelegenheit, ihr Wissen sinnvoll einzusetzen", meint Dr. Annemarie Schacherer. Der NLWKN baut auf die Mitarbeit der vielen ehrenamtlichen Botaniker mit ihren besonderen Kenntnissen der Region oder spezieller Pflanzenarten. Ohne ehrenamtliche Mithilfe wäre eine Erfassung der Pflanzen in Niedersachsen weder personell noch finanziell möglich. Die Meldungen der einzelnen Botaniker werden aufbereitet und bewertet und fließen landesweit in die aktuelle Naturschutzarbeit der Behörden und anderer Institutionen ein.

Annemarie Schacherer hatte die ehrenamtlichen Kartierer aus Ostfriesland auch deshalb nach Esens eingeladen, weil der Schafhauser Wald und die Feuchtwiesen bei Esens zu den von den Botanikern bisher etwas vernachlässigten Bereichen gehören. Doch die Gruppe um Annemarie Schacherer wurde auch dort fündig: In den Feuchtwiesen und Gräben der Benser-Tief-Niederung wurden 94 verschiedene Pflanzenarten gefunden, darunter ebenfalls seltenere bzw. gefährdete Arten wie Faden-Segge, Igel-Segge, Wasserschierling, Gagelstrauch und der gerade sehr schön gelb blühende Großblütige Klappertopf.

Weitere Infos zum Thema Pflanzenarten-Erfassungsprogramm gibt es hier!

zurück

Symbol Schriftgröße Schrift kleiner Schrift größer

Programme

Versicherungsschutz im Ehrenamt

Kompetenzn_mini_70Engagiert in Niedersachsen –
der landesweite Kompetenznachweis über ehrenamtliche Tätigkeit

Senioren- und Pflegestützpunkte Niedersachsen (SPN)
Beratung und Unterstützung für ältere Menschen

Selbsthilfe
Unterstützung des freiwilligen Engagements im Selbsthilfe-
bereich

Mehrgenerationenhäuser
Lebendiges und generations-
übergreifendes Miteinander