Ehrenamtliche mobile Retter gehen an den Start

170130 ErsthelferNordhorn, 31.01.2017. In der Grafschaft Bentheim und dem Landkreis Emsland wurde ein Projekt gestartet, bei dem Ehrenamtliche als qualifzierte Ersthelfer per Smartphone alarmiert werden können, wenn ein Notfall gemeldet wird.

Das System funktioniert wie folgt: Geht ein Notruf in der Leitstelle (112) im Kreishaus in Meppen oder in Nordhorn ein, bei dem ein Herz-Kreislauf-Stillstand oder eine bewusstlose Person gemeldet wird, kann über eine GPS-Abfrage ermittelt werden, ob sich ein qualifizierter Ersthelfer in der Nähe des Notfallortes befindet. Dieser wird durch die Rettungsleitstellen über eine App auf dem Smartphone alarmiert.

Nimmt der Mobile Retter den Einsatz an, kann er dank der technischen Lösung als Ersthelfer schnell zum Einsatzort navigiert werden. Im Idealfall erreicht der Mobile Retter den Patienten durch seine räumliche Nähe viel schneller als der Rettungsdienst und kann bereits mit lebenserhaltenden Maßnahmen beginnen. Im Schnitt liegen die Eintreffzeiten des Rettungsdienstes bei neun Minuten, Mobile Retter können durchschnittlich in vier Minuten am Notfallort sein.

"Wir heben dieses Projekt als erste in Niedersachsen aus der Taufe", betonen der Emsländer Landrat Reinhard Winter und Landrat Friedrich Kethorn (Grafschaft Bentheim). "In den beiden Landkreisen sind mit über 430 Ehrenamtlichen ausgesprochen viele Mobile Retter in sehr kurzer Zeit qualifiziert worden", fügt Winter hinzu und verweist hier auf andere Regionen, in denen dieses System bereits umgesetzt wurde. "Das spricht für eine übergroße Bereitschaft, für diese gute Sache einzustehen, was mich sehr beeindruckt", betont Kethorn.

Hintergrund
In Deutschland erleiden jährlich etwa 75.000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Lediglich 5000 davon können derzeit erfolgreich reanimiert werden. Bereits nach drei bis fünf Minuten sterben Gehirnzellen irreparabel ab. Experten des Deutschen Wiederbelebungsrates belegen, dass bei einer flächendeckenden schnellen medizinischen Erstversorgung dieser lebensbedrohlichen Notfälle mehr als 10.000 Menschenleben im Jahr in Deutschland gerettet werden können.

Quelle und weitere Information: Website Grafschaft Bentheim

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