Wie bewerbe ich mich? Wer macht was? Welche Möglichkeiten gibt es?

Das Freiwillige Soziale Jahr und seine Vorläufer gibt es seit 1954, das Freiwillige Ökologische Jahr wurde 1998 als Modellprojekt in verschiedenen Bundesländern eingeführt und 2002 offiziell begründet. Seit deren Einführung haben sich weit mehr als 300.000 junge Menschen für ein freiwilliges Jahr entschieden.

In jedem Bundesland gibt es Anlaufstellen, die für FSJ und FÖJ zuständig sind. Für das freiwillige soziale Jahr im kulturellen Bereich sind die Bundesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (BKJ) und die entsprechenden Landesvereinigungen die richtige Adresse. Für das freiwillige soziale Jahr im Sport ist es die Deutsche Sportjugend in Frankfurt. Arbeiterwohlfahrt, die Katholische Kirche, das Deutsche Rote Kreuz, der Internationale Bund und das Jugendaufbauwerk Berlin sind einige Anlaufstellen für Dienste im Ausland.

Die Bewerbungsfristen sind nicht in allen Bundesländern und bei jedem Anbieter gleich, deswegen am besten gleich nachfragen. Empfehlenswert: eine kurze Beschreibung der Beweggründe für eine Teilnahme am FSJ/FÖJ zum Bewerbungsbogen hinzufügen. Der Träger setzt sich mit der Bewerberin oder dem Bewerber in Verbindung, lädt zum Gespräch ein und erörtert alle Fragen.

Wichtig: Die Entscheidung über die Zulassung zu einem freiwilligen Jahr liegt beim Träger.

Vielfältige Möglichkeiten

Den "klassischen" Dienst FSJ hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) durch Modellprojekte auch für andere Aufgabenbereiche eröffnet, so z.B. gemeinsam mit der Deutschen Sportjugend für die Jugendarbeit im Sport und zusammen mit der Bundesvereinigung Kulturelle Jugendbildung für den kulturellen Bereich. Diese Möglichkeiten sind nach ihrer Erprobung auch Inhalt des zum 1. Juni 2002 in Kraft getretenen FSJ-Förderungsänderungsgesetzes.

Der Freiwilligendienst ist nicht an ein Mindestalter gebunden, sondern kann direkt im Anschluss an die Schule geleistet werden. Das Höchstalter bei Beginn des Dienstes liegt bei 26 Jahren. Der freiwillige Dienst kann über die zwölf Monate hinaus bis auf 18 Monate verlängert werden - das betrifft allerdings nur den Dienst im Inland.

Auslandseinsatz

Freiwilligendienste sind auch im außereuropäischen Ausland möglich. Voraussetzung ist, die Stelle im Ausland arbeitet mit einem deutschen Träger zusammen, der im Inland im Sinne der Bestimmungen anerkannt ist. Die gesetzlich vorgeschriebene und vom Bundesministerium mitgeförderte pädagogische Begleitung der Jugendlichen wird auch hier sichergestellt.

Bildungsanspruch und Seminare

"Das freiwillige soziale Jahr wird pädagogisch begleitet", heißt es im Gesetz. Während der Einsatzzeit muss der Träger eine Ansprechpartnerin oder einen Ansprechpartner zur pädagogischen Begleitung zur Verfügung stellen. Außerdem sind 25 Seminartage gemeinsam für alle Freiwilligen einer Region oder eines Bundeslandes verpflichtend. Sie liegen meist zu Anfang, in der Mitte und am Ende des Jahres.

Soziale Absicherung

Die Freiwilligen sind sozial abgesichert. Sie erhalten Versicherungsschutz für den Krankheits- und Pflegefall ebenso wie Kindergeld und Kinderfreibeträge. Die Zeit des freiwilligen Dienstes wird für die Altersversorgung angerechnet. Sie sind rechtlich so gestellt wie junge Menschen, die in einer Berufsausbildung stehen.

Doch was für Azubis gilt, gilt auch für die Freiwilligen. Wer sich für ein freiwilliges Jahr meldet, muss wissen, dass ihm/ihr in dieser Zeit nichts geschenkt wird. FSJ-/FÖJ-lerinnen und FSJ-/FÖJ-ler bekommen Zuschüsse für Unterkunft und Verpflegung und erhalten ein Taschengeld. Sie sind ganztägig in den Alltag der Klinik, der Tagesstätte, der Ökologischen Station oder des Sportvereins eingebunden. Getan wird, was ansteht: Betten machen, Abwasch erledigen, einen Garten umgraben, Unkraut jäten...

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