Wettbewerb "Niedersachsen - Kinderland, Familienland" abgeschlossen

Hannover, 13.06.2005. Vier Initiativen und Einrichtungen aus Niedersachsen sind mit Geldpreisen in Höhe von 25.000 Euro ausgezeichnet worden. Familienministerin von der Leyen: Miteinander der Generationen bereichert Jung und Alt.

Der landesweite Wettbewerb "Alt und Jung - Aktiv miteinander" ist am Sonntag, den 12. Juni 2005 mit der Preisverleihung im Rahmen des zweitätigen "Festivals der Generationen" im Garten des Hannover Congress Centrums abgeschlossen worden. Familienministerin Ursula von der Leyen, der Vorstandsvorsitzende der Niedersächsischen Lottostiftung, Reinhard Scheibe, und die Präsidentin der Klosterkammer Hannover, Sigrid Maier-Knapp-Herbst, überreichten Urkunden und Geldpreise in Höhe von insgesamt 25.000 Euro an Vertreter des Altenhilfezentrums Johannishof in Rosdorf, der Nachbarschaftshilfe Walsrode e.V., der Kardinal-Galen-Schule in Hannover und des Sozialprojekts "Hilfe durch Schülerinnen und Schüler" in Goslar.

1153_LTDie von der Jury aus 180 Wettbewerbsbeiträgen ausgewählten Preisträger seien wunderbare Beispiele dafür, dass es in unserem Land eine große Zahl von Initiativen und Einrichtungen gibt, die dem Trend zur Isolation von Jung und Alt neue Ideen entgegensetzen, sich für die anderen Generationen öffnen und die bewusst generationenübergreifende Begegnungen und Kommunikation fördern, betonte Ministerin von der Leyen.

"Wenn alte und junge Menschen etwas gemeinsam unternehmen, gewinnen alle. Es können nicht nur wertvolle Erfahrungen weitergegeben und Brücken zum gegenseitigen Verständnis gebaut werden. Auch der Alltag junger Familien wird erleichtert und Ältere und Pflegebedürftige erhalten mehr Zuwendung. Die Beiträge zum Wettbewerb, auch diejenigen, die keine Auszeichnung erhalten konnten, zeigen eine Fülle von Möglichkeiten des aktiven Miteinanders von Jung und Alt", erklärte von der Leyen.

Ministerin von der Leyen dankte der Niedersächsischen Lottostiftung, der Klosterkammer Hannover, den Kirchen und Hit-Radio Antenne als Medienpartner für ihr Engagement und die Unterstützung des Wettbewerbs. Der Landesregierung und den Wettbewerbspartnern gehe es darum, die positiven Beispiele und vorbildlichen Aktionen bekannt zu machen und das große freiwillige Engagement in unserem Land zu honorieren.

Den Veranstaltern und am "Festival der Generationen" beteiligten Organisationen aus dem Jugend-, Senioren- und Familienbereich dankte die Sozialministerin für die Initiative, den Dialog zwischen den Generationen in einer ansprechenden Open-Air-Veranstaltung mit einem unterhaltsamen und informativen Rahmenprogramm neu zu beleben. Das "Festival der Generationen" setze zugleich auch ein Signal für mehr Kinder- und Familienfreundlichkeit in unserer Gesellschaft.

"Für die Jury-Mitglieder war es keine leichte Aufgabe, angesichts der Vielfalt von aktivem Miteinander von Jung und Alt aus den 180 Beiträgen die vier Preisträger auszuwählen", betonte der Jury-Vorsitzende Reinhard Scheibe in seiner Laudatio. Die Jury habe daher Beispiele ausgewählt, die für die Generationen besonders nachhaltig wirken und die besonders vorbildlich und anregend für andere sein können. Er appellierte an diejenigen Bewerber, die keinen Preis erhalten haben, in ihrem Engagement für mehr Menschlichkeit und Solidarität zwischen den Generationen nicht nachzulassen.

Mit dem ersten Preis und einer Siegerprämie von 10.000 Euro wurde das Altenhilfezentrum Johannishof in Rosdorf im Landkreis Göttingen ausgezeichnet. Das Altenhilfezentrum kooperiert seit sechs Jahren regelmäßig mit der Anne-Frank-Hauptschule und dem Naturkindergarten Ulmenstraße. Als bemerkenswert befand es die Jury, dass die 3- bis 5-Jährigen, die 16-Jährigen und die über 75-Jährigen bis Hochbetagten zusammen aktiv sind. Es gibt regelmäßig wechselseitige Besuche und enge Kontakte und Verbindungen. Kinder und Jugendliche erfahren dadurch, wie viel Freude ihr Besuch auslöst und wie wertvoll und würdevoll das Leben im Alter sein kann. Durch die Kontakte wachsen Beziehungen, wie es sie sonst zwischen Großeltern und ihren Enkeln gibt und es entstehen Patenschaften, die das Leben im Altenheim bereichern. Gleichzeitig lernen die Kinder und Jugendlichen durch die Erfahrungen des Alters, was kein Schulbuch vermitteln kann. Die Jury war von der Vielseitigkeit und der Intensität dieser Arbeit beeindruckt.

Den mit einer Geldprämie von 6.000 Euro verbundenen zweiten Preis hat die Jury an den Nachbarschaftshilfe Walsrode e.V. vergeben.Die Nachbarschaftshilfe organisiert einen Tauschring ausschließlich für Dienstleistungen: Ob im Haushalt und im Garten, bei Einkäufen und Arztbesuchen, bei Hausaufgaben und Babysitting - überall kann man einander brauchen und helfen.
80 Aktive, Jung und Alt, leisteten allein im Jahr 2004 insgesamt Dienstleistungsstunden. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer arbeiten mit Seniorenheimen und Schulen zusammen. Ihre Hilfen und Dienste werden über ein Punktesystem verrechnet. Auch wer alt und hilfsbedürftig ist, kann auf unkomplizierte Weise teilnehmen und Hilfe erhalten. Die Initiative ist nach Ansicht der Jury ein einzigartiges Lernfeld gelebter Solidarität, besonders für jüngere Menschen.

Der dritte Preis, verbunden mit einer Geldprämie von 5.000 Euro wurde an die Kardinal-Galen-Schule in Hannover vergeben. Diese Grundschule bindet Seniorinnen und Senioren aktiv und regelmäßig in den Schulalltag ein. Hier sind es überwiegend die Älteren, die besonders aktiv sind. Sie helfen Schülerinnen und Schülern, sie betreuen Arbeitsgemeinschaften und stellen ein gemeinsames Theaterprojekt auf die Beine. Ohne die Älteren wäre das alles nicht möglich. Durch das gemeinsame Arbeiten von Jung und Alt wird das Leben in der Schule um vieles reicher und lebendiger. Die Jury hält dieses Projekt deshalb für vorbildlich.

Den vierten Preis und eine Geldprämie von 4.000 Euro vergab die Jury an das Sozialprojekt "Hilfe durch Schülerinnen und Schüler aus Goslar". Initiiert wurde das Projekt vom Verein "Miteinander e.V." in Bad Harzburg. Dieser Verein organisiert bereits seit 1985 generationsübergreifende Projekte in Zusammenarbeit mit Schulen aus Goslar. Dabei werden regelmäßig ältere Menschen von Schülerinnen und Schülern besucht. Die Älteren unterstützen die Kinder und Jugendlichen bei Freizeitaktivitäten und Hausaufgaben.
Außerdem gibt es ein gemeinsames Erzählcafé in einem Seniorenstift. Die Jury war vom Umfang und der Intensität, mit der diese Arbeit seit vielen Jahren geleistet wird, beeindruckt.

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