Ehrenamt stärken, Gemeinnützigkeit modernisieren

201218 Geld.png11.01.2021. Eine gute Nachricht zum Jahresbeginn: Der Bundestag hat eine Reihe steuerlicher Verbesserungen für ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger beschlossen.

Der Deutsche Bundestag hat am 16. Dezember 2020 das Jahressteuergesetz 2020 verabschiedet und damit steuerliche Erleichterungen und weniger Bürokratie für ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger auf den Weg gebracht:

Höhere Pauschalen
Zum 1. Januar 2021 steigt der Übungsleiterfreibetrag von 2.400 Euro auf 3.000 Euro im Jahr und die Ehrenamtspauschale von 720 auf 840 Euro jährlich. Bis zu dieser Höhe bleibt die pauschale Erstattung für finanzielle Aufwendungen ehrenamtlich Engagierter steuerfrei.

Höhere Freigrenzen, mehr Zeit für die Mittelverwendung und Erleichterung von Kooperationen

  • Die Freigrenze für den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb wird von 35.000 Euro auf 45.000 Euro jährlich erhöht. Das entlastet vor allem kleinere Vereine von steuerrechtlichen Verpflichtungen, da bei Einnahmen bis zu dieser Höhe die Geschäftsbetriebe nicht der Körperschaft- und Gewerbesteuer unterliegen.

  • Für Körperschaften mit jährlichen Einnahmen von weniger als 45.000 Euro gelten nicht mehr die strengen Maßstäbe der zeitnahen Mittelverwendung. Sie können jetzt die erhaltenen Mittel auch über die (für größere Organisationen weitergeltende) Zweijahresgrenze für ihre Satzungszwecke einsetzen. Das gibt ihnen mehr Spielraum und entlastet sie.

  • Gemeinnützige Körperschaften dürfen künftig auch arbeitsteilig zusammenwirken und sich damit gemeinsam, besser und effizienter für ihre steuerbegünstigten Zwecke einsetzen.
    (Steuerbegünstigte Körperschaften durften zwar schon immer ihre Mittel zumindest teilweise auch an andere, ebenfalls steuerbegünstigte Körperschaften weiterreichen. Dabei mussten aber komplexe rechtliche Regelungen und Ausnahmetatbestände berücksichtigt werden. In der Praxis war dies streitanfällig.)

Gemeinnützige Zwecke erweitert
Mit dem Jahressteuergesetz 2020 wird in der Abgabenordnung die Anzahl der gemeinnützigen Zwecke erhöht. Damit sind nun auch Vereine und andere Körperschaften im steuerlichen Sinne gemeinnützig, wenn sie u.a. folgende Zwecke verfolgen:

  • Förderung des Klimaschutzes
  • Förderung des Freifunks
  • Förderung der Hilfe für Menschen, die aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität oder ihrer geschlechtlichen Orientierung diskriminiert werden
  • Förderung der Unterhaltung und Pflege von Friedhöfen
  • Förderung der Ortsverschönerung
Darüber hinaus wird auch der Katalog sogenannter Zweckbetriebe erweitert, die steuerlich begünstigt werden. Dazu zählen künftig auch:

  • Einrichtungen für Flüchtlingshilfe
  • Einrichtungen zur Fürsorge für Menschen mit psychischen und seelischen Erkrankungen bzw. Behinderungen

Quelle: Website Bundesfinanzministerium


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